Wenn aus Liverpool Weimar wird...

Auszüge aus dem Reise-Blog zur Seminarfahrt

Die Idee hierfür entstand im Rahmen des Seminarfachs „Brexit, Mexit, what’s nexit?“ bei Frau Vespermann. Was ursprünglich als eine Seminarfahrt nach Liverpool geplant war, wurde aufgrund von Corona zu einem Trip in Goethes und Schillers Stadt Weimar. Es galt, das Beste aus der Situation zu machen und auf kreative Art und Weise die Reise zu dokumentieren.

Die vollständige Website ist unter https://wirinweimar.jimdofree.com/ zu finden.

 


 

Bauhaus (Saskia)

[...] Nun gut, nachdem man sich auf das Ganze eingelassen und seinen Anfang für sich gefunden hat, waren die Ausstellungen dennoch insgesamt sehr informativ, interessant und hin und wieder doch einfach schön anzusehen. Von verschiedenen Arten der Farbgebung und Malereien bis hin zur Innenarchitektur, bekam man hier wirklich einen guten Eindruck von dem, was hinter dem Bauhaus steht. Vor allem funktionale und rationale Entwürfe finden sich in jeder Ecke wieder, was zwar nicht unbedingt jedermanns Geschmack ist, dennoch aber gerade für Kunst- und Architekturinteressierte ansprechend sein sollte.

Obwohl man sicherlich an der ein oder anderen Stelle nur flüchtig hingesehen hat, fand ich eine Sonderausstellung besonders interessant: „Die vergessenen Bauhaus Frauen“. Im Fokus stehen hier die vielschichtigen Lebensläufe bisher unbekannter Bauhaus-Frauen zur Zeit des zweiten Weltkriegs. Fast alle hatten gemein, dass sie sich, entgegen der damaligen Vorstellungen, für ein künstlerisch-handwerkliches Studium entschieden haben und so häufig zum schwarzen Schaf der Familie wurden.

Wusstet ihr, dass in diesen Berufen die Zahl der Studierenden Frauen zur damaligen Zeit ungewöhnlich hoch war? Die Kombination aus Kunst und Handwerk führte auch Frauen an Berufe, die typisch für männliche Vertreter war. Viele dieser Frauen gehörten zu Verfolgten des NS-Regimes, wodurch die Lebensdaten von Ihnen nur in Teilen bekannt und erst sehr spät wiedergefunden wurden. Diese Ausstellung widmet sich eben diesen Schicksalen, was ich persönlich wirklich interessant und sehr respektvoll finde. Auf meinem Gang durch das Museum war es definitiv ein Highlight. [...]

 


 

Nationalsozialismus - KZ Buchenwald (Lea)

[...] Wir hatten perfektes Wetter für einen solchen Ort, denn es war sehr kalt und nebelig, weshalb man sich sehr gut in die Thematik herein fühlen konnte. Zuerst ging es für uns zu den noch vorhandenen Bahnschienen, über die die Häftlinge früher mit dem Zug angekommen sind. Dort erzählte uns Herr Dübner viele interessante Dinge über die Ziele des Lagers und die Situation der Ankommenden. Das Lager wurde nämlich nicht wie zu erwarten als Vernichtungslager verwendet, sondern als Arbeitslager bei dem das Ziel war, so viel Arbeitspotential wie möglich zu erreichen. Deshalb war das Lager eigentlich auch nicht für Frauen und Kinder bestimmt [...] 

Danach führte uns Herr Dübner weiter auf das Gelände, wo wir sehr anschaulich durch die noch stehenden Gebäude nachvollziehen konnten, unter welchen Bedingungen die Häftlinge früher leben mussten. Leider war es uns wegen Corona nicht möglich das Krematorium zu besuchen, da dies nur mit Führung möglich war. Corona machte uns zusätzlich bei dem Besuch der Ausstellung einen Strich durch die Rechnung, da auch dieser Besuch im Voraus angemeldet werden muss. Leider konnten wir aus diesem Grund nur die Ausstellung über die Nachnutzung des KZ durch die Sowjets ansehen, welche sich im Nachhinein doch noch als ziemlich spannend herausstellte. Auf dem Weg dorthin wurden im Wald, an der Stelle wo die Massengräber der Toten durch die Sowjets errichtet wurden, Metallstangen aufgestellt die auf die hohe Anzahl der Toten aufmerksam machen sollen. Es wurden 500 solcher Stangen aufgestellt, allerdings gab es deutlich mehr Tote. In der Ausstellung konnte man Originaltexte über das spätere Speziallager 2 der Sowjets einsehen, welche über eigen Texte von Insassen bis zu Briefen der Sowjets.[...]

 


 

Die Weimarer Republik (Leon)

Die Weimarer Republik bezeichnet einen der wohl bedeutendsten Abschnitte in der Geschichte Deutschlands. Denn von 1918 bis 1933 herrschte erstmalig eine parlamentarische 

Republik in Deutschland, welche somit die bisherige Monarchie und damit auch die Kaiserzeit ablöste. [...] Beschlossen wurde dieser monumentale Schritt wegen politischen Differenzen nicht in der Hauptstadt Berlin, sondern in Weimar – daher auch der Name und der Grund, warum diese Rezension hier auf unserer Seite zu finden ist. Denn natürlich steht in der namensgebenden Stadt ein Museum zu dieser Zeitspanne. Und ob es sich lohnt seine Zeit in Weimar für dieses Museum zu opfern, oder man vielleicht doch lieber eines der anderen zahllosen Museen besichtigen sollte, erfahrt ihr nun in meiner Rezension. [...]

Aufgewertet wir die Ausstellung durch verschiedene Reliquien aus der Zeit, wie z.B. einem preußischen Helm oder einer originalen Kopiermaschine. Auch sehr anschaulich ist die riesige Karte, welche das deutsche Gebiet zu der vergangenen Zeit darstellt, oder die Wand voller verschiedener Wahlplakate der unterschiedlichen Parteien, welche einen perfekten Einblick in die damalige Zeit gewähren.

In Kombination wird also eine abwechslungsreiche, informative und anschauliche Ausstellung geliefert, was das Museum auf ganzer Linie überzeugen lässt. Ich wurde deutlich positiv überrascht und war keine Sekunde gelangweilt. [...] Wem das Thema „Weimarer Republik“ also im Geschichtsunterricht zu langweilig war oder wer sein Wissen über einen so wichtigen Abschnitt der deutschen Gesichte noch einmal auffrischen will, sollte definitiv eine bis zwei Stunden seines Aufenthaltes in Weimar nutzen und sich die Ausstellung anschauen.

 


 

Danke an Leon, Anna, Lea und Saskia (Jg. 13)!

https://wirinweimar.jimdofree.com/