Smiley e.V. fördert Medienkompetenz der Sechstklässler

Schon Watzlawick wusste: Man kann nicht nicht kommunizieren. Will man meistens ja auch nicht. Deshalb erfreuen sich soziale Medien steigender Beliebtheit. Die Zeit, die man vor dem (Smartphone-)Bildschirm verbringt, ist lang wie nie.  

Was vor Urzeiten mit SchülerVZ begonnen hat, wurde zunächst abgelöst von facebook, heute Instagram, Snapchat und Whatsapp. Wurden früher Missverständnisse dadurch ausgelöst, dass man erfinderisch versucht hat, eine Nachricht auf 160 Zeichen zu begrenzen, stehen heute unendlich viele Zeichen und unzählige Smileys zur Verfügung – was die Sache mit der Kommunikation nicht unbedingt vereinfacht.



Smiley vergessen, zack – schon bekommt der Kommentar einen vermeintlichen Unterton und der Sender wird zum Buhmann der Klassengruppe. Ein sensibles Thema, dem sich die Referenten Heuke Burgdorf und Moritz Becker, Mitarbeiter des gemeinnützigen Vereins Smiley e.V. aus Hannover, heute gewidmet haben, als sie die 6. Klassen besuchten. Verschiedene Szenarien wurden in Kleingruppen schülergerecht bearbeitet – natürlich digital auf dem Tablet. Was, wenn ich mein Handy verloren habe, das nicht geschützt ist? Was, wenn jemand Fotos von meinem Instagram-Profil ausdruckt? Und was, wenn es in der inoffiziellen Klassengruppe nicht so nett zugeht?

Prävention statt Intervention ist das Motto. Apps zum Verschlüsseln von Androidhandys oder das Einrichten eines geführten Zugangs beim Iphone werden als Lösungswege vorgestellt. Dann ist der Verlust des Handys nur noch halb so schlimm, denn die Liste der Dinge, die man mit einem fremden, ungeschützten Smartphone anstellen kann, ist lang. Fragt man die Schülergruppen, hat ca. die Hälfte der Elf- bis Zwölfjährigen noch keinen eigenen Zugang zu Instagram und auch nicht alle zu Whatsapp. Insofern kommt die Prävention zum richtigen Zeitpunkt, die auf den richtigen Umgang mit den Medien aufmerksam macht und den Heranwachsenden zeigt, was im schlimmsten Fall Freunden oder gar einem selbst passieren kann. Dann ist Verantwortungsbewusstsein gefragt, denn manche Probleme kann und muss man als junger Mensch noch nicht alleine bewältigen. Eltern, Lehrer oder Paten können hilfreiche Ansprechpartner sein.


dub 05.12.19