Gastbeitrag: Mit vierzig Anfängern in den Alpen

Skisport gehört auch zur Abiturvorbereitung

Die Nachfrage war groß, das Interesse hat eher noch zugenommen, seit die Zeit am Gymnasium in der Regel wieder neun Jahre dauert. So machten sich mehr als fünfzig Adolfiner aus dem 12. Jahrgang, darunter vierzig Anfänger, mit einer munteren Schar Sportpädagogen auf den Weg in die österreichischen Alpen. Wieder wurde in Saalbach Quartier bezogen.

Gisela Tischler, als Regensburgerin dem Wintersport ohnehin sehr verbunden, nennt in ihrem Zwischenbericht den 81-jährigen Friedel Weber als großes Vorbild. Der erfahrene Alpinist betreut seit 24 Jahren Gruppen aus Bückeburg. Und solch ein Kompaktkurs verlangt den Zöglingen in sportlicher Hinsicht viel ab, sie sind aber nicht unvorbereitet in den Alpen angekommen. Man bewegt sich acht Tage lang auf unterschiedlichem Niveau, die besten ohne Zweifel im  höchsten Anforderungsbereich.  

Luke Schubert und Frederic Wendt verstärken als ehemalige Schüler des Adolfinums das Lehrerteam um Stefan Lück und Birgit Bartels. Carolin Wille unterrichtet sonst Spanisch und Philosophie. Ihr Übungsleiterschein wirkt noch ganz frisch, umso größer die Freude der jungen Pädagogin, nun auch mal auf Brettern unterrichten zu dürfen. Nicht anders Björn Hasselmann, den man sonst eher in der Nähe von Basketballkörben sehen kann.

„Nur ein paar Zerrungen und Prellungen“, lautet Tischlers erstes Fazit nach fünf Tagen. Von gehobener Stimmung ist in der Post ebenfalls die Rede. Insider wissen, dass sich oberhalb 1000 Meter die schulischen Umgangsformen ein wenig auflockern. Das „Du“ bietet sich einfach an, wenn man in der Masse am Lift ansteht oder auf dem Gipfel in die  Weite sieht.

Das Erhabene der Bergwelt, mit dem sich ein kluger Kopf wie Immanuel Kant in Königsbergs Niederungen eher theoretisch befasste, verändert die Maßstäbe und lässt Jung und Alt innehalten, auch im Hinblick auf Schneefallzonen, Klimaveränderung und Gletscherabfluss. „Ski-Scham“ sei allerdings, so Wille bei Kursbeginn, (noch) nicht zu beobachten oder zu spüren. Das könnte sich am „Friday“ noch ändern.

vhs (c: lz)

Fotos: wil