Gastbeitrag: Vom größten Retter aller Zeiten

Frieda Crämer beim Vorlesewettbewerb erfolgreich

Gut vorbereitet zeigten sich die vier Finalisten beim Vorlesewettbewerb am Adolfinum. Wer in den vier 6. Klassen auf Platz 2 gelandet war, konnte nun in der Jury mitbewerten, in der neben den Fachlehrkräften Annette Dammeier und Melanie Auras sowie Christine Busch als Bibliotheksleitung auch wieder die beiden Bückeburger Buchhandlungen Scheck und Frommhold vertreten waren, um auf diese Weise Leseförderung zu betreiben.

Unter den Texten, die die Kinder selbst ausgewählt hatten, waren zwei in der NS-Zeit angesiedelt. Ob Tore Quernheim mit dem Blick ins Warschauer Getto, aus dem ein Kind herausgeschmuggelt werden soll, oder Frieda Crämer mit  einem erschütternden Fall von „Selektion“ durch deutsche NS-Verbrecher, die Vorlesenden zeigten sich erstaunlich gut in der Lage, die jeweilige Stimmung zu vermitteln. Aenne Paul hatte es sich mit einer Erinnerung an Edgar Allen Poe auch nicht gerade leicht gemacht.

Als es dann in der zweiten Runde um den von Mareike Warner als Veranstalterin treffsicher ausgewählten Auszug aus dem Jugendbuch „Chris, der größte Retter aller Zeiten“ von Salah Naoura ging, zeigte Rebekka Focke ganz besonders sicheres Gespür für die Mischung aus Ernstem und Heiterem. Der junge Held erlebt Verwirrendes, seit er beim Christfest durch Lobgesang vernehmen durfte, der Retter sei da, und sich als „Chris“ namentlich angesprochen fühlte.

Am Ende lag jedoch in der Gesamtschau nach intensiver Debatte in der Jury Frieda Crämer aus der Klasse 6.2 ganz knapp vorne und konnte die Glückwünsche von Cornelia Kastning als Stellvertretender Schulleiterin entgegen nehmen.

Als Preise hatten Rosa Maria Pruneddu und Petra Bluhm vier aktuelle Jugendbücher mitgebracht. Die Lehrkräfte mochten womöglich beim Auswahltext, in den Vorjahressieger Louis Wannagat sicher einführte, an junge Menschen denken, die einem wie Chris bis auf die Straße folgen. Seine Worte angesichts einer von Autos bedrohten Schnecke: „Es muss doch niemand sterben, nur weil er langsam ist.“

vhs (C: LZ)