Sprachlernschüler des Adolfinum zu Gast auf dem Polizeirevier

Kontakt herstellen, Hemmungen abbauen, Vertrauen schaffen

Von Carolin Wille

Aufgabe des DaZ-Unterrichts ist es, denke ich, nicht bloß die Sprache in einem Klassenzimmer zu lehren, sondern vor allem auch hinauszugehen und mit Menschen in Kontakt zu treten und somit kulturelle sowie rechtliche Aspekte einer Gesellschaft kennen zu lernen.
Betonung liegt hierbei auf rechtlich geltende Aspekte, wie die, dass wir z.B. das Recht haben, die Polizei zu rufen, wenn wir uns in einer Notsituation befinden und Hilfe benötigen. Die Polizei als ein solcher Freund und Helfer ist für die meisten  unserer Willkommensschüler aufgrund von unterschiedlichsten Machtmissbräuchen der Polizei in ihren Herkunftsländern undenkbar. Der heutige Besuch in Polizeikommissariat in Bückeburg hatte also zum Ziel, die Hemmungen und in einem gewissen Grad auch die Ängste, die unsere Schüler durch ihre Erfahrungen gegenüber Polizisten mitbringen, abzubauen.
Gleichzeitig wurde durch die Einweisung der Hauptkommissarin Swintha Burmester deutlich, dass ein gegenseitig respektvoller Umgang der Weg zum Ziel sei. Die Schülerinnen und Schüler stellten interessiert Fragen zur Vorgehensweise bei der Erstattung einer Anzeige, der Vorgehensweise des Verhaftens, des möglichen Einsperrens und den damit verbundenen Rechten, die besagen, dass jedem in Deutschland die Freiheit zusteht, also Freizügigkeit, und erst ein Richter darüber entscheiden kann, wie lange man evtl ins Gefängnis muss. Diese prinzipiell verbürgte Rechtsstaatlichkeit faszinierte die Schüler und der Tag im Kommissariat endete damit, dass gefragt wurde, was man denn erreichen sollte, um ebenfalls Polizistin oder Polizist zu werden.
Gab es also inoffizielle zudem einen Tag der Berufsorientierung? Vielleicht!
Auf jeden Fall zeigte es mir, dass unsere Schülerinnen und Schüler verstanden haben, dass Polizei für Ordnung mit Gesetz und gebunden an Regeln und Pflichten sorgt und Willkür und Terror hier keinen Platz haben.