Projekttag am Adolfinum zum Thema Klimagefährdung

Von Fleischeslust, Heißduschen und anderen Ökosünden

Konkret sollte es zugehen am Projekttag für den 7. Jahrgang, alltagsbezogen und lösungsorientiert. Zunächst standen allerdings Grundsatzfragen der globalen Klimaentwicklung auf der Tagesordnung. Peter Walter vom „Nabu“ referierte vor dem gesamten Jahrgang über die fatale Wirkung von Treibhausgasen wie CO2 und stellte Zusammenhänge her zwischen übermäßigem Fleischkonsum und abnehmendem Waldbestand. Kurz vor der Urlaubszeit hinterließen die Hinweise auf die Ökobilanz von Flugzeugen, Kreuzfahrtschiffen und protzigen Familienkutschen besonders nachhaltigen Eindruck. Auf die Gespräche daheim über SUV und Familienökologie darf man gespannt sein.

In den einzelnen Klassen ging es dann zur Sache. Greta Bartling, Janne Dude, Lena Schenk, Janne Rohrbach und Martha Krämer aus der Umwelt-AG von Annika Maiwald hatten sehr gründliche Vorarbeit geleistet. „Heiß duschen oder warm baden?“, hieß eine Leitfrage für den Alltag. Ob Plastik oder Papier, ist nicht immer einfach zu beantworten. Aber dass der Berg aus Plastikabfall ein riesiges Problem darstellt, wurde deutlich, allein schon wegen der erschreckend langen Haltbarkeit. „Fisch in Folie“ wirkt wie ein böser Witz. Umweltorganisationen wie „Greenpeace“ und „BUND“ lernten die Schüler kennen, es ging um politische Zuständigkeiten und die Einflussnahme in der Demokratie, auch durch Demonstrationen.

Bei der Präsentation einzelner Ergebnisse brachte ein Poetry Slam das Selbstverständnis vieler Kinder auf den Punkt: „Wir sind Veränderer!“ Zaudern und Zögern finden keinen Beifall, Wegsehen noch weniger. Eine Vielzahl an Fragen hatte sich schon nach dem Grundsatzreferat auf eigene Aktionsfelder gerichtet, auch mit Blick auf das schulische Umfeld. Bei einem einzigen „Insektenhotel“ soll es sicherlich nicht bleiben nach den Ferien. Ein weites Feld an Möglichkeiten bietet sich dem Adolfinum, wenn es in einem Jahr wieder für fünf Tage heißt „Schule als Staat“. In „Adolantis“, so der Name des Kleinstaates, soll es Ziele geben, die den Weg weisen für eine bessere Art zu leben.   

Volkmar Heuer-Strathmann