Auch am Adolfinum wird über das Matheabitur diskutiert

Zwei Stimmen aus dem großen Chor der Betroffenen

Schwierig soll es gewesen, das Abitur im Fach Mathematik. Einige sagen: „Sehr schwierig!“ Andere sagen: „Zu schwierig!“ Und das in diesem Fach, dem man Exaktheit nachsagt, Berechenbarkeit und vor allem Unabhängigkeit von Stimmungen und Leidenschaften. „Da gibt es noch richtig und falsch“, ist manchmal zu hören, meist in Abgrenzung von wunderbar offenen Fächern wie Deutsch, Philosophie oder Politik. „Einfach, angemessen, schwierig“ – diese Begriffe bringen den Menschen mit ins Spiel, den Aufgabenstellenden und den Aufgabenlösenden. Zwei von den vielen Prüflingen am Adolfinum, die Mathematik als schriftliches Prüfungsfach gewählt haben, sind befragt worden, natürlich ohne Anspruch auf Repräsentativität

„Heftig“, sagt die siebzehnjährige Leonie Hoffmann über die Anforderungen im Pflichtteil. Der Schwierigkeitsgrad sei im Grundkurs Mathematik zu hoch gewesen und die Aufgabenstellung alles andere als vertraut, trotz gründlicher Vorbereitung. Die Petition, die als Protestaktion von Betroffenen initiiert wurde und viel Resonanz fand, will sie allerdings nicht unterschreiben: „Das Abitur ist eben etwas Besonderes und das sollte es auch bleiben. Das ist die Herausforderung für uns Schüler.“ Sollte es wider Erwarten zu einer Notenanhebung kommen, würde sich Leonie natürlich freuen.

Joscha Rathert hat die Petition unterschrieben. Ihm ist wichtig, dass im Ministerium ernsthaft geprüft wird, ob die Aufgaben aus dem Wahlteil im Leistungskurs in der gegebenen Zeit wirklich lösbar gewesen seien, von Abiturienten, nicht von Hochschulabsolventen. „Das war nach meiner Ansicht zu komplex und zu umfangreich“, sagt er. Eine Anhebung der Punkte ist für ihn nicht das Ziel. Er fordert eine Klarstellung und gegebenenfalls die Größe, öffentlich Selbstkritik zu üben. „Dann läuft es in den kommenden Jahren hoffentlich besser für die Abiturienten in Mathematik“, meint er. Warten wir ab, wie es weitergeht.

Volkmar Heuer-Strathmann