„Wird es beim Projekt ‚Schule als Staat‘ auch ein Gefängnis geben?“

Viele interessante Fragen auf den drei Schülervollversammlungen

Personalfragen, Raumangelegenheiten und zwei neue Schulprojekte standen am Anfang der drei Schülervollversammlungen, zu denen das Schülersprecherteam Lena König, Roni Cheikhi, Louis Moses Postulart und Luca  Keller ins Forum eingeladen hatte. Macht man mit den „Schulscouts“ gute Erfahrungen, könnte, so Schulleiter Michael Pavel, mittelfristig auch ein Projekt „Busscouts“ in Angriff genommen werden. Das Kollegium des Adolfinum wird sich demnächst im Rahmen einer Dienstbesprechung auch mit rechtlichen Aspekten des Konzepts beschäftigen.

In Sachen Mülltrennung verwies Lena König noch einmal auf die Dringlichkeit, als Schule endlich modernen ökologischen Kriterien gerecht zu werden. Dass Müllverbrennung auch nicht ohne bitteren Beigeschmack ist, liegt auf der Hand. Müllvermeidung war deshalb ein weiteres wichtiges  Stichwort, natürlich auch mit Blick auf die Zettelwirtschaft der Lehrkräfte. Bis nach Berlin zur Aktion „Friday for Future“ konnte, wer aufmerksam zuhörte, selbst den Bogen spannen.

Die Talentshow Ende März 2019, das Projekt „Schule als Staat“ im Jahr 2020, die aktuelle Lage an den Fahrradunterständen und der begonnene Jugenddialog mit Vertretern einzelner politischer Parteien oder Gruppen wurden ebenfalls angesprochen. An Nachfragen war kein Mangel. Jüngere Schüler interessierten sich besonders dafür, ob es in dem Staat, dessen Name noch in einem Schülerwettbewerb gefunden werden muss, auch so etwas wie ein Gefängnis geben werde. Das muss Gründe haben. Luca Keller erläuterte konzeptionelle Veränderungen, etwa durch eine klare Zielorientierung von Betrieben. Reiner Profit wäre zu wenig, fünf Tage abhängen wäre gar nichts. Dem Wunsch, die Vorbereitung zu effektivieren, soll entsprochen werden.

Neben den Schülersprechern war seitens der Schulleitung auch den SV-Lehrkräften Imke Röder, Björn Hasselmann und Björn Riemer eingangs besondere Anerkennung ausgesprochen worden. Besonderen Beifall bekam Alexandra Walter, als sie auf das erfolgreich abgeschlossene Projekt „Stifte machen Mädchen stark“ zurückblickte. Wie sich die Lebensverhältnisse in der Region der Partnerschule in Guatemala darstellen, zeigte eine eindrucksvolle Fotostecke. Wo das Geld bleibt, das die Adolfiner gespendet haben, wurde deutlich: im Ofen! Man modernisiert. Jeder Cent zählt, wenn es um die konkreten Lebensbedingungen im Hochland geht, daheim, auf den Wegen und Straßen und natürlich erst recht in der Schule.  

Volkmar Heuer-Strathmann