Adolfiner bringen „Bretter, die die Welt bedeuten“ auf die Bühne

Die Welt des Theaters und all seiner Akteure als Sketchparade

Der Deutsche Theaterverlag ist nicht unbescheiden, ganz im Sinne der eitlen Theaterwelt: „Der Humor Jean-Paul Alègres steht in der Tradition von Molière und Goldoni.“ Man spielt also mit „Bretter, die die Welt bedeuten“ in der ersten Liga. Situationskomik, krasse Übertreibungen, eine Kette von Verwechslungen und Missverständnissen werden versprochen. Auch schlichter Klamauk sei nicht tabu, eben wie das Leben so spielt, wenn es verrückt spielt.

Der ds-Kurs von Gesine Vespermann hat sich seit Schuljahresbeginn mit dem heiteren Stoff beschäftigt und zeigt nun eine leicht erweiterte Szenenfolge. Schon die Eröffnung mir Florian John und Thai Nguyen macht deutlich, was Öffnung der Szene bedeutet: Man redet oben auf den Brettern über das liebe Geld, über die Nöte des Theaters und über das Publikum, über die Leute im Saal da unten, da hinten und die da vorne. Vielleicht sind ja paar dabei, die ein Brett vor dem Kopf haben und hilflos an der Welt herumdeuten…

Fabian Spillmann hat eine besonders anspruchsvolle Rolle erwischt. Den „dümmsten Schauspieler der Welt“ möglichst gut und glaubwürdig darstellen, wie soll das gehen, wenn man selbst nicht eben auf den Kopf gefallen ist? Auch auf Lucy Pöhler, Leonie Hoffmann, Joscha Rathert, Melissa Nitsche, Leonard Hillmann, Jonas Ziehe, Julius Abel, Luis Kasseroler, Niko Schulte und ein paar weitere Akteure darf man gespannt sein.

Ein erster Hauptprobenhöhepunkt: Marcel Biastoch und Fenya Vehling als TV-Typen von heute auf Quotenjagd. Man erlebt passend zur moralischen Lage zwischen den Leitplanken jede Menge Schaulustige, wie sie auch gerne auf der A2 herumlaufen, um Fotos von Verunglückten zu schießen und an Freunde zu versenden. Der Verunfallte schien daran schon gewöhnt zu sein – auch das nicht ohne Komik.

Bleibt die Frage, ob all die Zettel in den Händen der meisten Akteure Teil des Possenspiels sind, um Laienschauspieler zu verspotten, die nicht früh genug textsicher sind, um sich voll und ganz auf den Brettern auszuleben. Die Aufführung am 14. Februar ab 19 Uhr wird die Antwort bieten.

Der Eintritt ist frei. Für Verpflegung gegen Entgelt sorgt der Abijahrgang 2019. Spenden werden gerne gesehen, zwischendurch oder beim Weggehen.

Volkmar Heuer-Strathmann