Neujahrskonzert im Adolfinum wird mit viel Applaus bedacht

Musikklasse 6.1 setzt mit einem kleinen Musical besondere Akzente

Eindrucksvoller können junge Schüler das Fontane-Jahr 2019 kaum eröffnen. Mit dem kleinen Musical „Die Brücke am Thay“ (Komposition: Michael Amann) erinnerte die Musikklasse 6.1 unter der Leitung von Agnes Bergmann-Thiel an den großen Balladen-Dichter, der vor 200 Jahren geboren wurde. Die Kinder musizieren und agieren, als wären sie selbst erfasst von den Naturgewalten und gefährdet durch menschliche Überheblichkeit. Das fand zu Recht stürmischen Beifall beim diesjährigen Neujahrskonzert im Adolfinum.

Die Musikklasse 5.1 hatte den Abend mit „Was der Wind bringt“ eröffnet. An das Zugunglück war da noch nicht zu denken. Annika Maiwald, die Klassenlehrerin, war an der Geige zu hören, ihre Zöglinge knipsten, klatschten und zischten dazu fein rhythmisch, sangen beschwingt ihr „Hejo, spann den Wagen an“ und strahlten. Wie bei den Jüngsten ließ sich auch bei den anderen Formationen erkennen, wie intensiv in der letzten Zeit geprobt worden war. Ein noch größeres Publikum aus allen Teilen der Schulgemeinschaft wäre für die fast 150 Akteure eine besondere Anerkennung gewesen, gerade auch für die versierte Begleitung am Klavier durch junge Pianisten wie Nicolas Goldbach, Arida Dickute und Olivia Wray.

Der Vorchor griff beherzt in die Plattenkiste aktueller Popmusik, etwa mit „Je ne parle pa francais“ von Namika. Ähnlich später auch Tobias Kästners Chor, der Themen wie „Freundschaft“ und „Internetfixierung“ engagiert aufgriff. Handys in aller Menschen Hände, imitiert wie die Pistolen der Bond-Girls, hätten die Botschaft noch entwaffnender werden lassen. Das Orchester begeisterte geradezu, als Michelle Walaschek (Jahrgang 12) als Solistin das Mikrofon griff und nochmal einen Hauch Silvesterstimmung hervorzauberte mit „I Could  Have Danced All Night“ aus dem Musical „My Fair Lady“.

„Bigband“-Finale, das hieß am diesem Abend „nur Combomusik“. Olaf Mengeling hat nach Weggang einiger Abiturienten und durch Auslandsaufenthalte noch nicht wieder die Bandbreite an Instrumenten, die er braucht für den ganz großen Sound im Forum der Schule. Umso lobenswerter, dass die Musiker nicht nachließen, sondern bei Titeln wie „Go Daddy-O“ das Publikum so richtig in Schwung brachten, auch die begeistert mitklatschende Schulleitung. Technikchef Marc Meisel ließ es sich nicht nehmen, als Ehemaliger wieder einmal ans Schlagzeug zu treten, als wär's ein Stück von Frank Sinatra wie "Pick yourself up!"

Margret Karnbach und Günter Baron von Tiesenhausen, die als Vertreter des Fördervereins für weitere Unterstützung (nicht nur) der Fachschaft Musik warben, konnten sich bestätigt sehen durch ein überaus facettenreiches Konzert mit einer Spannweite zwischen von Streichern getragener, melancholisch anmutender Filmmusik aus „Schindlers Liste“ und dem Chanson „Ich bau dir `ne Stadt“ (Stehn/Tawil) mit etwas Verliebtheit und einer großen Verheißung – passend zum Jahresbeginn.   

Volkmar Heuer-Strathmann