Zum Weihnachtsausklang ein Kantaten-Gottesdienst in der Stadtkirche

Ehemalige und aktive Adolfinerinnen in den Reihen der Mitwirkenden

„Jauchzet, frohlocket!“, ertönt es zu Beginn des Kantaten-Gottesdienstes, mit dem das Weihnachtsfest in der Stadtkirche feierlich ausklang. Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium wird in Bückeburg, ganz in der Tradition des Werks, nicht vorab präsentiert, sondern als Teil jener Tage, die den christlichen Glauben begründen, biografisch betrachtet.

Später wird Pastor Wieland Kastning Eichendorffs eigentlich recht abergläubisch oder pantheistisch anmutende Verse der „Wünschelrute“ aufgreifen. „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.“ An eine Suchmaschine war noch nicht zu denken. Man muss sich schon auf den Weg machen, offen für das noch Verborgene, nicht blind oder blasiert.

Entzaubert wird die Weihnachtsgeschichte nicht an diesem Abend, ganz im Gegenteil. Mitten unter den bezaubernden Musikern des Barockorchesters „L´Arco“ und den vier Solisten ein paar aktive oder ehemalige Adolfinerinnen und ein Adolfiner, die im Ensemble der Kantorei oder der Schaumburger Märchensänger dem Abend Glanz verleihen, etwa Alina Puderbach, Luisa Mut und Alina Puderbach, Lina Meier, Josephine und Jule Werth, Katharina Girr und Nicolai Schein, Direktorstellvertreterin Cornelia Kastning und die langjährige Lehrerin für Französisch und Geschichte Renate Spötter (Foto: Homepage der Gemeinde, leider nicht mehr ganz aktuell).

Was mag das bewirken, wenn der Wortschatz so reich wird, so bunt coloriert, so edel, Paul Gerhardt sei Dank: „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn‘ ich dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?“ Da muss doch mancher schulische Textbaustein im Fach Deutsch auf die jungen Leute geradezu armselig wirken, kein Schatz, Schulwährung eben, kaum ein Zauberwort, nicht nichts, aber zu wenig zum Leben.                                               Volkmar Heuer-Strathmann