Auch an der Leine soll die Mitarbeiterschaft der Stadt rücksichtsvoll und vorbildlich sein

Eine ernsthafte Entschuldigung aus der Landeshauptstadt beruhigt die Gemüter  

Der Fall fand durchaus Beachtung, auch wenn er leider noch nicht in der HAZ unter „Lütje Lage“ notiert worden ist: Die Klasse 8.1 des Adolfinum befand sich auf der Rückfahrt von Münster nach Bückeburg. Man hatte ein paar Tage in der Jugendherberge am Aasee verbracht und benutzte nun die Westfalen-Bahn. "Gut gelaunt, nur ein wenig müde", erinnerten sich die begleitenden Lehrerinnen Imke Röder und Silke Seifert wenige Tage später. In Osnabrück stieg eine Gruppe Erwachsener zu, die später eineindeutig als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt Hannover identifiziert werden konnten, Fachbereich „Öffentliche Ordnung“.

Die Erwachsenen waren auf Betriebsausflug. Was sie sich leisteten an Dreistigkeiten, Rüpeleien und Frechheiten, muss hier nicht wiederholt werden. Sonst macht das noch Schule und verbreitet sich in den Wochen der glühweinseligen Weihnachtsmärkte und Betriebsweihnachtsfeiern des Abendlandes. Alkohol war im Spiel, anscheinend nicht wenig, aber auf Blutproben verzichteten die Schaumburger Fahrgäste. Wo soll man nachher hin mit den Resten?

Die Sache wurde unserem Schulleiter vorgetragen. Herr Pavel nahm sich der Angelegenheit an und sandte ein noch recht freundlich gehaltenes, aber in der Sache entschiedenes Beschwerdeschreiben an die Behörde. Nun liegt endlich eine Antwort vor. Darin entschuldigt sich die Städtische Leitende Direktorin für das Benehmen und weist darauf hin, dass selbstverständlich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses erwartet werde, dass sie auch im Rahmen eines Betriebsausfluges „rücksichtsvoll und freundlich“ sind gegenüber Mitreisenden. Man habe das Schreiben aus Bückeburg weitergeleitet an die verantwortlichen Begleiter und Vorgesetzten und „entsprechend deutliche Hinweise für die Zukunft“ gegeben.  

Dass sich Schülerinnen aus der Klasse 8.1, die schon an anderer Stelle durch besondere Begabungen in den Bereichen Theater und Literatur von sich reden machen konnten, der Sache mit spitzer Feder oder der Kraft der komödiantischen Nachahmung angenommen hätten - von wegen "Öffentliche Ordnung", ist nicht bestätigt. Bis zur Abishow sind noch fünf Jahre Zeit. Vielleicht wollen sie aber auch den ganzen Jammer einfach vergessen: "Schwamm drüber!"

 Volkmar Heuer-Strathmann