Religionskurs zu Gast im Bückeburger Landgericht

„Ungerechtigkeit fand ich schon immer doof...“

Von Clara B., Marleen G. und Linn R.

Am 29.11.2018 machte sich der Religionskurs von Frau Kastning (Klasse 8.1 und 8.3) auf den Weg zu einer Gerichtsverhandlung ins Landgericht Bückeburg. Wir waren ein bisschen aufgeregt, weil wir nicht wussten, was uns erwartete. Ein Wachtmeister erklärte uns zunächst, wie wir uns verhalten sollen, dann betraten wir den Gerichtssaal. Kurz nachdem die Staatsanwältin gekommen war, teilte uns der Wachtmeister mit, dass die Berufung zurückgenommen worden sei, da der Angeklagte seine Strafe akzeptiert habe.

Als Entschädigung für die ausgefallene Sitzung wurden wir festgenommen und in die Arrestzelle abgeführt. Die Staatsanwältin rief noch, dass sie erst unsere Eltern anrufen müsse. Da die Zelle aber sehr spartanisch eingerichtet war, wurden wir schnell wieder in den Gerichtssaal entlassen.  Für unsere vielen Fragen, die wir dem Vorsitzenden Richter Herrn Dr. Garbe, seinen Schöffen und der Staatsanwältin stellen durften, nahmen diese sich anschließend sehr viel Zeit.

Auf die Frage: „Warum sind Sie Richter geworden?“ antwortete Herr Dr. Garbe: „Weil ich Ungerechtigkeit schon immer doof fand.“ Er erklärte uns, dass die Amtskleidung dazu da sei, um zu zeigen, dass er dort nicht als Privatperson stehe, sondern als Richter, der neutrale Urteile fälle. Wir wollten auch wissen, ob man im Jurastudium alle Gesetze auswendig lernen müsse. „Nein“, erklärte man uns, aber man müsse wissen, wo etwas steht und wie man die Gesetze anwenden müsse. Die Schöffen erzählten von ihrem interessanten Ehrenamt. Sie sind Laien, dürfen aber gleichberechtigt mit dem Berufsrichter über das Urteil entscheiden.

Zu unserer großen Überraschung gab es übrigens keinen Hammer wie in den amerikanischen Spielfilmen.

Wir bedankten uns für die viele Zeit, die Herr Dr. Garbe, die Staatsanwältin und die Schöffen sich für uns genommen haben, und hoffen, dass wir noch einmal an einer Verhandlung teilnehmen können – allerdings lieber nicht als Angeklagte.