Auftaktveranstaltung zum Volkstrauertag im Zeichen der Gedenktafel des Adolfinum

Seminarfachschüler hinterlassen tiefe Eindrücke in der Bückeburger Stadtkirche

Was  tun? Der Fall musste nicht erst erfunden oder für den Schulgebrauch zurechtgestutzt werden, die Frage ist echt: Was soll aus der Gedenktafel werden, die seit 2015 in der Schule auf Weiterverwendung wartet? Das monumentale Objekt aus dem Jahr 1921 war in der Jägerkaserne verwahrt worden. Nun steht sie in der Zentralgarderobe.   

Aus Anlass der zentralen Auftaktveranstaltung zum Volkstrauertag 2018 haben Schülerinnen und Schüler des Seminarfachkurses mit dem Thema „Identität“ den Fall aufgegriffen und in der Stadtkirche eine Darbietung entfaltet, die spontanen Beifall hervorrief und viel anerkennende Worte nach der Veranstaltung. Der NDR hat in einem kurzen Beitrag bei „Hallo Niedersachsen“ verdeutlicht, wie wir uns des Themas angenommen haben.  

Die Lesung aus Feldpostbriefen und Dokumenten aus dem Jahr 1914 wurde durch ein paar Strophen aus Gedichten von Erich Mühsam und Erich Kästner ergänzt. Als Fundament sollten nachdenkliche Zeilen dienen, für die der Unterzeichnende die Verantwortung übernimmt. Das hat die gesamte Gruppe auf eine Weise bewältigt, die wirklich bewegte. Tabea Dargatz sprach dann am Mahnmahl der Stadt. Das hatte es so noch nicht gegeben in Bückeburg: persönliche Worte einer Schülerin über den Begriff des "Helden", direkt und unkommentiert neben den Worten der Soldatin, die ihre Sicht offenbarte. Fragen ließen beide offen, ganz im neuen Geiste des Volkstrauertages, der zum Tag des Friedens werden soll und zum Tag der Generationen.

Wie die Schule mit ihrer Tafel umgeht, wird sich zeigen. Jaqueline Dietze (Abitur 2018) und Sebastian Mietzner haben einige Vorarbeit geleistet. „Eine Brücke bauen“, heißt es am Ende unserer Zeilen, „ein Floß“ fertigen. Natürlich als Symbol. Holz ist genug da. Der Staub kommt von allein, wenn weiter gewartet wird - die Installation nicht, die braucht eine Haltung, etwas Geld und ein künstlerisches Konzept.

Volkmar Heuer-Strathmann