Sensibilisierungsmaßnahmen als Medienerziehung im 6. Jahrgang

Smiley- Mitarbeiter aus Hannover findet schnell guten Kontakt

Im ersten Halbjahr 2018 sollen Nutzer von YouTube etwa 76.000 Videos mit hasserfüllten oder rechtsextremistischen Inhalten gemeldet haben, hieß es kürzlich auf der Landesseite der Lokalpresse. Der Anlass, die hohe Zahl: ein Grund zur Sorge, die große Aufmerksamkeit lässt jedoch hoffen. Über die richtigen Konsequenzen diskutiert man in der BRD kontrovers. Umso besser, dass junge Nutzer schon früh auf die Gefahren hingewiesen werden.

Im 6. Jahrgang nahm sich Jonas Schweden von Smiley e. V. Hannover der Aufgabe an, in allen Klassen in einer Doppelstunde mit den Kindern über ihre Erfahrungen zu sprechen und einzelne Plattformen oder Spielwiesen näher zu betrachten. Durch seine freundliche und entspannte Art war sofort guter Kontakt da, sicherlich nicht nur in der fotografierten Klasse 6.4.  Es ging natürlich um Instagram, WhatsApp usw. Politische Aspekte wie Rassismus und ideologisch aufgeladener Fanatismus stehen noch nicht im Vordergrund.

In der Klasse von Gesine Vespermann und Lars Schmidt gibt es zwei Gruppen bei WhatsApp. Ein Problem, so die Kinder, sei die Dominanz von einzelnen Schülern. Da habe es schon öfter Ärger gegeben. Von Mobbing wurde auch berichtet, ohne hier ins Detail zu gehen. Beispiele müssten nicht auf der Homepage zu lesen sein, meinte ein Junge. Armselige Nachahmer sollten keine Anregung erhalten.  

Bei Smiley e. V. fährt man einen sogenannten realistischen Kurs. Moralisiert wird nicht. Aber Einfühlungsvermögen soll geweckt werden. Und Nachdenklichkeit über Tun und Lassen. Damit gehen natürlich moralische und psychologische Fragen einher. Wie in der 6.4 in Kleingruppen offen über Erfahrungen, mögliche Sicherheitsmaßnahmen und persönliche Grenzen zu sprechen, ist sicherlich richtig. Messen lässt sich der Erfolg nicht.  

Volkmar Heuer-Strathmann