Weltklasse-Geiger live beim „Internationalen Joseph Joachim Violin-Wettbewerb“

Eine Gruppe Adolfiner zu Gast in der Musikhochschule in Hannover

Von Agnes Bergmann-Thiel

Ein Konzert mit jungen Violinisten auf Spitzenniveau konnten am 17.10.2018 Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Adolfinum in der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover erleben.

Anlass war die Durchführung des renommierten „Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs“, der zurzeit in Hannover stattfindet. Um Schülern die Möglichkeit zu bieten, den Violinwettbewerb mitzuerleben, hat die Stiftung Niedersachsen das Begleitprogramm „Zu Gast im Klassenzimmer“ eingerichtet, an dem niedersachsenweit ca. 40 Schulen teilgenommen haben. Bestandteile des Programms sind der Unterrichtsbesuch einer Violinstudentin und ein anschließender Gegenbesuch der Schüler  in Hannover.

So machten sich am vergangenen Mittwoch insgesamt 27 Schülerinnen und Schüler der Musikklasse 6.1 und des Orchesters des Adolfinum auf den Weg nach Hannover, begleitet von ihrer Musiklehrerin Agnes Bergmann-Thiel und drei Müttern. Auf dem Programm standen die Wettbewerbsbeiträge zweier junger Violinsolisten aus Südkorea: eine Beethoven-Sonate - von beiden Violinisten jeweils zu Beginn vorgetragen - sowie als jeweils zweites Musikstück ein  Variationssatz des legendären Violinvirtuosen Paganini und eine Fantasie des polnischen Komponisten Wieniawski - insgesamt 60 Minuten klassische Musik für Violine und Klavier.  Das bedeutete für die überwiegend 11 Jahre jungen Konzertbesucher 60 Minuten stillzusitzen und konzentriert zuzuhören - eine echte Herausforderung, auch wenn alle Schüler selbst ein Instrument spielen. Den jungen Violinvirtuosen gelang es jedoch schnell, die Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Auch als die Beethovensonate zum zweiten Mal erklang, kam keine Langeweile auf, denn der zweite Geiger interpretierte das Werk noch ausdrucksvoller. Virtuoser Höhepunkt des Konzerts waren die technisch extrem anspruchsvollen Paganini-Variationen, mit denen der Violinist das Publikum begeisterte. „Man konnte hören, dass das Stück richtig schwer war. Der Geiger hat sicher lange daran geübt“, so der Kommentar einer Schülerin. Besonders beeindruckend war für die Schüler, dass die Kompositionen von Paganini und Wieniawski auswendig gespielt wurden.

Als die Schülergruppe sich nach dem Konzert vor der Musikhochschule versammelte, war auch der Pianist des Konzerts bereits auf dem Heimweg. Er ließ es sich nicht nehmen, den Schülern ein großes Kompliment für ihr aufmerksames Zuhören zu machen, und betonte, dass es ihm Freude gemacht habe, für so ein Publikum zu spielen. Einer der beiden Konzertviolinisten, der sich auf einer Bank vor der Musikhochschule von seinem Konzert erholen wollte, wurde von den Schülern begeistert umringt und posierte geduldig für zahlreiche Erinnerungsfotos.

So wurde der Konzertbesuch für die jungen Gäste zu einem eindrucksvollen und durchaus altersgerechten Gesamterlebnis, ganz im Sinne der Intention des Begleitprogramms zum Violinwettbewerb, Schülern das Instrument in all seinen Facetten nahezubringen und die Faszination der klassischen Musik zu vermitteln.