Die Schülersprecherwahl als Unterrichtsthema im 8. Schuljahr

In welchem Alter dürften die Schüler reif sein fürs Amt?

Die Wahlen sind gelaufen, der Souverän hat entschieden. In Politik-Wirtschaft lässt man es dabei aber nicht bewenden. So beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8.1 mit der Vorgabe, wonach die Kandidaten für das Amt der Schülersprecher/in am Adolfinum mindesten im 9. Jahrgang sein sollen - das passive Wahlrecht, aktiv angegangen in Form von kurzen Briefen an den Schülerrat. Zur Veröffentlichung freigegeben wurden indessen nicht alle.

Eine sehr deutliche Mehrheit der Schüler aus der 8.1 begrüßt die geltende Regel. Man weist auf fehlende Erfahrung hin, auf evtl. unreife „Spaßkandidaten“ und auf die Tatsache, dass der Unterricht in PW erst im Jahrgang 8 beginnt. Da sei schon ein bisschen mehr nötig, um Entscheidungen im Schülerrat vorzubereiten und in den Gremien der Schule mitzuwirken. Auf die notwendigen Organisationsfähigkeiten wird ebenfalls hingewiesen, weiterhin auf die Gefahr fehlender Akzeptanz der Jüngeren, etwa in den Vollversammlungen oder im Schülerrat. Auch sei Mut notwendig, um zu kandidieren, also auch als Kandidat oder Kandidatin ins Rampenlicht zu treten. Davon sei eher im 9. als im 8. oder 7. Jahrgang auszugehen.

Wenige gehen so weit, sogar eine Anhebung der Jahrgangsstufe zu fordern. Wieder ist von größerer Reife der Älteren die Rede (Jg. 10). Für eine Absenkung der Schwelle plädieren nur zwei Schüler. Ihr Argument: Jüngere Schüler sollten auch eine Stimme unter den Schülersprechern haben. Außerdem könnten gewisse Defizite der Jüngeren im gemischten Team leicht ausgeglichen werden durch die Schülersprecher, die den höheren Jahrgängen angehören.

Bleibt die Frage, ob Schüler wie die aus der 8.1, die so kompetent argumentieren können, nicht doch reif sind für höhere Weihen.

Volkmar Heuer-Strathmann