Zehn Kandidaten konkurrieren am Adolfinum um das Schülersprecheramt

Wahlgewinner wollen auch über das Thema Multifunktionsanlage sprechen

An vielen Schulen in Niedersachsen werden die Schülersprecher vom Schülerrat gewählt, also von den Klassensprechern. Am Adolfinum hat man sich schon vor Jahren gegen diese Form indirekter Demokratie entschieden. Alle Kandidaten stellen sich der Wählerschaft auf Vollversammlungen vor, dann geht’s in den Klassen und in der Mensa mit den Stimmzetteln in der Hand an die Urne.

In diesem Schuljahr war die Kandidatenzahl rekordverdächtig hoch. Zehn Schüler aus den Jahrgängen 10 und 11 konkurrierten um die Gunst der rund 1000 Wähler. Gesucht wurde ein Team aus vier Personen, das sich gemeinsam den vielen Aufgaben stellt: Schülerratssitzungen leiten, mit der Schulleitung konferieren, bei der Vorbereitung von Projekten mitwirken, ein SV-Seminar leiten, in Gremien Schülerinteressen vertreten – die Liste ließe sich leicht verlängern. Umso erfreulicher, dass Björn Riemer als einer der betreuenden Lehrer den versammelten Adolfinern wieder eine echte Wahl präsentieren konnte.

Von Stärken und Schwächen der Kandidaten war während der lebhaften Versammlungen die Rede, man sprach über eigene Interessen, Erfahrungen und die Pläne im Amt. Da die Vorgänger eine richtig gute Arbeit geleistet hatten, wurde keine einzige Brandrede gehalten. So hatten die Wähler nicht die  Wahl zwischen klar abgegrenzten neuen Konzepten und Positionen, sondern „zwischen unterschiedlichen Charakteren“, wie eine Kandidatin sich ausdrückte. Am Ende setzten sich Roni Cheikhi, Luca Keller, Lena König und Louis Moses  Postulart durch. Sie hatten ausnahmslos auf Kontinuität gesetzt, das Selbstverständnis als „Schule ohne Rassismus“ inbegriffen.  

Schulgestaltung war ein Thema des Wahltages. Das alte Team hatte in den Fluren der Naturwissenschaftler mit einem Verschönerungswettbewerb den Anfang gemacht. An äußerliche Schönheitsreparaturen hat sich noch kein Sprecherteam herangewagt. Auf Nachfrage erläuterten die neuen Sprecher am Tag nach der Wahl, dass sie persönlich „in Sachen Multifunktionsanlage noch Gesprächsbedarf sehen“, ohne den Beschluss der Gesamtkonferenz in Frage zu stellen. Die kritische Argumentation einer großen Mehrheit könne man verstehen, sehe dieses Sport- und Freizeitangebot der Stadt aber als guten Treffpunkt an und als Chance der Schule  zur Öffnung – „zumindest von der Idee her“.   

Bereits am kommenden Freitagmittag, wenn die meisten am Adolfinum ins Wochenende gehen, wird es für das neue Team eine erste Gelegenheit geben, mit der Schulleitung über die Angelegenheit zu sprechen, auch über die Beschlusslage und die Zuständigkeitsfrage.                                                                                              

Volkmar Heuer-Strathmann