„Die christliche Identität schaltet man nicht einfach ab!“

Unser neuer Schulpastor Lennart Meißner im Gespräch

Zweihundert neue Schülerinnen und Schüler auf einen Schlag, acht Lerngruppen aus allen acht Jahrgängen – das ist keine Kleinigkeit. Aber Lennart Meißner klagt nicht, im Gegenteil: Der neue Schulpastor aus Baden-Württemberg nimmt die Herausforderung an und schaut schon recht zufrieden auf die ersten Wochen zurück: „Das hat gut angefangen.“  

Wie sein Vorgänger Lutz Gräber, der im Sommer auf die Position eines theologischen Referenten in der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe wechselte, nimmt Meißner die Aufgabe eines Landesjugendpastors und eines Schulpastors wahr. Der 1978 in Tübingen geborene Theologe war schon als Schüler in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv. Nach dem Abitur an einem Gymnasium in Stuttgart folgte eine sechsmonatige Tätigkeit an einer christlichen Schule in Beirut. Das Studium wurde mit Erfolg - und anscheinend auch mit Freude - in Tübingen und Oslo absolviert. Nach dem Vikariat in Spraitbach folgte die in der dortigen Landekirche übliche Assistenzzeit im Dekanat Göppingen. Dabei konnte Meißner drei Jahre lang an einer Realschule wichtige Erfahrungen im schulischen Bereich sammeln. Anschließend war Lennart Meißner Gemeindepastor in Aitrach bei Memmingen, dann Gemeinde- und Jugendpastor in Möttlingen und Althengstett.

Die Arbeit am Gymnasium Adolfinum  ist also nicht in jeder Hinsicht neu. Dass Meißner im Religionsunterricht einen Schwerpunkt seines Wirkens sieht, hat auch mit seinem Interesse an der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu tun. Und mit der Möglichkeit, etwas von der eigenen christlichen Identität in die Arbeit an der Schule einfließen zu lassen. „Die schaltet man nicht einfach ab“, sagt er. Dass das Fach Religion etwas ganz Eigenes zu bieten hat, weiß er. Mit den Fächern „Werte und Normen“, Ethik und Philosophie gebe es durchaus Verbindungen und Gemeinsamkeiten, aber eben auch Unterschiede im Hinblick auf das christliche Menschenbild und das entsprechende Weltverständnis.

Hier geht jemand mit Herz, Hand und Verstand an die Arbeit, das ist zu spüren – offen auch für Spiritualität, aber ebenso für fundamentale Fragen der Theologie. Die reine Buchgelehrsamkeit muss nicht befürchtet werden, da hat ein engagierter moderner Religionspädagoge heute ein weites Feld an Interaktionsmöglichkeiten und moderner Medieneinsatz gehört auch zum methodischen  Repertoire von Meißner: „Ein Beamer sollte möglichst im Raum sein, im besten Fall mit Internetzugang.“ Mit der Kreide wird er auch zurechtkommen.

Prüflinge sind im Jahrgang 12 noch nicht unter den Kursteilnehmern. Das wird sicherlich anders werden, wenn Lennart Meißner für den Abiturjahrgang 2021 das erste Kursangebot vorlegt. Zuvor gilt es, an der Seite der Kolleginnen und Kollegen Erfahrungen zu sammeln, wenn das vor allem als P5 nicht eben selten gewählte Prüfungsfach Religion im Abitur 2019 auf dem Programm steht.

Aus der Fachschaft war bereits in den Tagen nach den Sommerferien zu hören, dass die Tradition der Schulgottesdienste gemeinsam mit dem neuen Schulpastor fortgesetzt werden soll. Da kann der Buß- und Bettag am 21.11.2018 eigentlich schon mal vorgemerkt werden.

Volkmar Heuer-Strathmann