Ausflug einer Gruppe des Kollegiums nach Paderborn

Neues und Heiteres über die traditionsreiche Bischofsstadt

Von Müdigkeit keine Spur! Dabei währten Fußweg und Vortrag schon fast zwei Stunden: Martin Rüther, bis vor kurzem Koordinator am Adolfinum und inzwischen als Stellvertretender Schulleiter in Paderborn bei Sankt Michael unter Vertrag, hatte seinen ehemaligen Ausbilder Hermann-Josef Vogt für eine Stadtführung mit dem Schwerpunkt Dombesichtigung gewinnen können. Da gab es viel zu lernen und reichlich zu schmunzeln.

Wer hätte schon gewusst, dass kein Geringerer als Karl der Große als Gründervater dieser Stadt gilt? Kleine Machenschaften verhalfen dem blutlechzenden Sachsenhasser schließlich zur Kaiserkrone, das übliche Machtspiel eben um 800 christlicher  Zeitrechnung. Und sonst?

Nixdorf, nun gut, das weiß man. Aber dass sich just hier an der legendären Pader mit ihren schier unerschöpflichen Quellen wichtige Handelswege kreuzten, die seinerzeit Hoffnung auf Metropolenstatus weckten? Und dass der Rasen sogar dann grün bleibt, wenn es höllisch heißt wird unter dem ostwestfälischen Himmel wie eben erst? Kein Wunder, wenn hier am Hohen Dom von einem „Paradiesportal“ die Rede ist.

Im Dom selbst waren auch kirchenkritische Worte zu vernehmen, etwa über eine „an Limburg“ erinnernde Neigung einzelner Bischöfe zu Prunk und Unbescheidenheit. Lehrkräfte konnten lernen, woher die Redewendung „Halt die Klappe!“ kommt und warum es Sitte wurde, von einer Kanzel zu predigen, also das Volk abzukanzeln. Mit einem Augenzwinkern gab Domführer Vogt immer mal wieder die Parole aus, als wäre irgendein Bielefelder in der übersichtlichen Gruppe aus dem Bückeburger Kollegium oder die Zweite Liga der Kicker schon in der zweiten Halbzeit der Saison: „Paderborn vorn!“   

Maren Wunnenberg, die wieder einmal mit sicherer Hand die Organisation übernommen hatte, soll für das nächste Jahr bereits Potsdam als Ausflugsziel ins Auge gefasst haben. Aber was ist schon Potsdam gegen Paderborn?

Volkmar Heuer-Strathmann