„The Hate U Give“ - US-Bestseller angeschafft

Ab sofort in der Schulbibliothek auszuleihen

„Ich werde niemals aufgeben. Ich werde niemals schweigen. Das verspreche ich dir.“ Mit diesen Sätzen endet der Jugendroman „The Hate U Give“ von Angie Thomas. Starr, die Ich-Erzählerin, ist längst zu einer vertrauten Figur geworden. Man kennt ihre Gründe. Man kann es ihr glauben. Man kommt kaum los davon.

Damit möglichst viele Adolfinerinnen und Adolfiner, die selbst wenigstens 14 sind,  die 16-Jährige kennen lernen können, ist der überaus erfolgreiche Roman angeschafft worden. Das Buch steht auf der Auswahlliste für den Jugendbuchpreis 2018. In den USA allerdings ist das Werk in einigen Bundesstaaten von den Empfehlungslisten für Schulen gestrichen worden, wie die FAZ berichtet. Das muss Gründe haben.

„Halt deine Hände so, dass man sie sieht. Mach keine plötzlichen Bewegungen“, rät Starrs Vater eines Tages seiner Tochter. Die Familie gehört zu den Farbigen. Da kann eine Personenkontrolle durch die Polizei schon mal aus dem Ruder laufen. Und tatsächlich kommt Khalil, ein Freund von ihr, ums Leben, obwohl er nichts falsch macht, als es heißt: „Führerschein, Zulassung und Versicherungsnachweis.“ Als einzige Zeugin gerät Starr in den Fokus der Polizei. Sie erlebt eine Zerreißprobe. Die Leserschaft wird mitgenommen auf den Weg durch den Alltag der Familie, hinein in die Schule, hinaus in die Freizeit der Protagonistin. Ein Satz mag auch an Leser gerichtet sein, die auf Intensität und Authentizität mit Abwehr reagieren: „Ich werde mich nicht für meine Gefühle entschuldigen.“

Ohne dass der  Bogen überspannt würde, liest sich die Übersetzung von Henriette Zeltner an einigen Stellen, als würden Worte gewählt, wie sie in Deutschland verbreitet sind. „Keine Ahnung“, das kennt man. „Absolut“, das benutzt man. „Wir schaffen das…“, das hofft man. Das Netz hat seine Bedeutung, der Jargon ist vertraut: „Kurze Zeit später hörte sie auf, meine anderen Postings zu liken und zu rebloggen.“ Der Protagonistin sind viele „Follower“ zu wünschen – also Leserinnen und Leser. Dass der inzwischen fertiggestellte Film gleichen Titels sicher auch bald in die deutschen Kinos kommen dürfte, sollte von der Lektüre nicht abhalten. Die Dickleibigkeit auch nicht.    

Volkmar Heuer-Strathmann