Schulinterne Lehrerfortbildung am Adolfinum zum Thema „Kooperation“

Von der eminent wichtigen Bedeutung des menschlichen Faktors…

Ein etwas unbeholfen wirkender Erwachsener stellt sich recht ungeschickt an. Nicht einmal mit Wäscheklammern kommt der Mann klar. Ein Kleinkind nimmt das Missgeschick wahr. Es hilft ganz spontan. Die Sache läuft. Alle sind zufrieden. Man muss sich eben auch als Erwachsener zu helfen wissen.

Britt Tönjes von Platen von der Landesschulbehörde Niedersachsen wählte kleine Filmszenen dieser Art als Einstieg in die eintägige Lehrerfortbildung zum Thema „Kooperation“. Folgt man den entsprechenden Untersuchungen, scheinen Hilfsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit in der Natur des Menschen angelegt. Tritt der gewünschte Erfolg ein, ist mit Stabilisierung dieser Disposition zu rechnen. Dank und Lob dürften ihre Wirkung auch nicht verfehlen.

Die Arbeitspsychologin spricht in ihrem Impulsvortrag von einer „Addition“ der Potentiale durch Kooperation. Andere sehen gar Potenzierungen, ist das Ganze doch mehr als die Summe seiner Teile. Dass mit Kooperation auch ein Verlust von Handlungsmöglichkeiten einhergehen kann, dass womöglich Frustrationen zu bewältigen sind und  - sogar an einer Schule - ganz andere Haltungen oder Züge offenbar werden können als die jenes putzigen Kleinkindes, etwa Eigennutz, Bequemlichkeit, negative Spezialisierung, Mangel an Verantwortung und Dominanz, all das wurde nicht unterschlagen. Es ging schließlich am vorletzten Ferientag um Pragmatismus, also um Wege und Methoden, die Kooperation im Adolfinum besser zu organisieren, zunächst mit dem Schwerpunkt der Arbeit in den Fachschaften. Kooperation, die auf geteilter Begeisterung beruht, stünde auf einem anderen Blatt, ebenso Kooperation aus echter Not.

Man bilanzierte also zunächst, etwa im Hinblick auf Kooperation in Sachen Leistungsbewertung. Dabei ging es nicht nur um Kriterien, Erhebungsmethoden und verbindliche Absprachen. So lässt sich für das Ausnahmefach DS sagen, dass sich ein Betrachter, der von außen hinzukommt und Spielleistung mitbewertet, womöglich in einem ganz anderen Stück wähnt als die Regie führende und Leistung beurteilende Lehrkraft. Stundenkontingente sind dafür nicht vorgesehen, das wurde der Referentin nebenbei mit auf den Weg gegeben. In jeder Abiturleistung aber gehört die Erweiterung der Perspektiven zum Alltag. Referentin, Korrektor und Fachprüfungsleiterin sind ein Team. Ob es Optimierungsmöglichkeiten gibt, war eher am Rande ein Thema. Hauptaugenmerk wurde auf die curriculare Arbeit gelegt – von der Entlastung durch gemeinsam oder arbeitsteilig entwickelte Unterrichtseinheiten über die gebotene kollegiale Information bei Klassenübergabe bis hin zu außerunterrichtlichen Aktivitäten, zum Beispiel eine Exkursion mit einer ganzen Jahrgangstufe.

Am Ende der SCHILF konnten die Ergebnisse beim Gallery Walk zur Kenntnis genommen werden. Im Stuhlkreisgespräch rückte ein Aspekt in den Vordergrund, der zeigt, dass  im Kollegium ein großes Interesse besteht, die Kooperation nicht nur besser zu organisieren und durch Verbindlichkeit nachhaltig zu implementieren. An der Chemie soll gearbeitet werden, an Gemeinschaftsgeist und Arbeitsklima. Mit Schulleiter Michael Pavel schienen sich am Ende alle einig, dass dafür Unternehmungen im Freizeitbereich doch etwas besser geeignet sind als Gespräche über KC, AB und AFB.  

Volkmar Heuer-Strathmann