Mit dem Schuljahr 2018/2019 erreicht G9 die Sekundarstufe II

Klasse 11.1 fällt als reine Mädchenklasse etwas aus dem Rahmen

Eine Nachricht von Jahrgangsleiter Christian Spillmann ließ die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs aufhorchen: Man hat einen eigenen Jahrgangsstall. Die erweiterte Schulleitung hatte sich erst in der letzten Woche dazu entschlossen, eine Ausnahme zu machen. Sonst waren die Ställe seit Jahrzehnten den Jahrgängen vorbehalten, die nicht im Klassenverband unterrichtet werden. Durch G9 ist ein gewisser Spielraum entstanden.

Das hat Folgen für den Aufenthalt in den Freistunden und in Sachen Smartphone-Nutzung gelten im Stall auch andere Regeln als auf Fluren, im Forum und in Unterrichtsräumen. Also machte sich die Klasse 11.4 schon mal auf den Weg in den Stall zum Probesitzen. Das Plakat mit der Aufschrift „Abitur 2018“ hing nicht mehr lange. Die eigene Parole für das Jahr 2021 kam indessen auf dem Sammelplatz noch etwas verhalten über die Lippen der Schüler, auch wenn Luca Keller und Louis Postulart recht kräftig vorlegten.

Ein echtes Novum ist auch die reine Mädchenklasse 11.1. Fast hundert Jahre liegt es zurück, dass die ersten Mädchen die drei oberen Jahrgänge des Bückeburger Gymnasiums besuchen durften. „Die Marienschule richtete vorbereitende Latein- und Mathematikkurse ein“, heißt es in der Chronik von 1939. Als Rückkehr zur Geschlechtertrennung solle das Phänomen allerdings nicht verstanden werden, war aus Kreisen der Schulleitung zu vernehmen. Mehrere Gruppierungskriterien wirkten zusammen, man nennt es auch Zufall. Spontaner Kommentar einer Schülerin vor den Listen: „Ich wusste gar nicht, dass ich auf einem katholischen Gymnasium bin.“ Dann ging sie erfreut mit ihren Freundinnen aus der 11.1 des Wegs, um als Klassenleitung auf Mathematiklehrerin Susanne Roper zu treffen. Ein paar Männer unterrichten übrigens auch in der Klasse.

Volkmar Heuer-Strathmann