Gran Canaria Austausch – im Rahmen des Faches Englisch??

Eine erste Bilanz der beiden begleitenden Lehrkräfte

Von Christel Ewen und Sebastian Mietzner

Hat das was gebracht?? Oh ja! Und mehr oder auch anderes, als sich die Adolfiner des 8. Jahrgangs, mit denen wir diese wunderbare Erfahrung machen durften, je erhofft hatten.

Manche mögen noch einwenden, man habe ja gar kein richtiges Englisch lernen können. Dem können wir nur entgegnen, dass nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schülerinnen und Schüler hervorragend Englisch sprechen.

Dies liegt daran, dass die Engländer schon immer einen großen Einfluss auf Gran Canaria gehabt haben. So hat es vom 16. bis 18. Jahrhundert immer wieder zahlreiche Versuche von englischen Piraten gegeben, die Insel zu erobern. Nach dem Zusammenbruch des Spanischen Weltreiches zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben englische Unternehmer auf Gran Canaria sogar diskret das Sagen gehabt. Hiervon zeugen zahlreichen Villen in der Altstadt und Gebäude am Hafen, die wir auf einem Spaziergang durch Las Palmas gesehen haben.

Der Name der – gemessen am Umsatz - größten Warenhauskette Europas und des bekanntesten Kaufhauses auf der Insel, El Corte Inglés („Der englische Schnitt,)  zeigt, wie sehr man die Schneiderkunst der Engländer schätzte.

Auch sonst noch zeigt sich eine Verbindung zum Königreich. Am Strand von Playa del Inglés   („Strand der Engländer“) tummeln sich vorwiegend Briten. Allerdings haben uns die Canarios erklärt, dass man diesen Teil der Insel eigentlich in den 60er-Jahren für uns Deutsche aus der Wüste gestampft hätte.

Letztlich ist die Kommunikation in der englischen Sprache aber vor allem ein Mittel gewesen, um Menschen einer anderen Kultur kennen zu lernen. Hier ist für uns vor allem die unglaubliche Gastfreundschaft herausragend gewesen, die wir erfahren durften. Diese Gastfreundschaft fing an mit dem T-Shirt, das wir alle von unserer Partnerschule, dem Colegio Claret in Tamaraceite, geschenkt bekamen. Mit diesem T-Shirt wurden wir ein Teil der Schulgemeinschaft, die – ganz im englischen Stil - natürlich Uniformen trägt. Außerdem besaßen wir damit auch die angemessene Ausstattung für die vielen Aktivitäten, die uns angeboten wurden. Zu nennen wären hier vor allem die vielen sportlichen Wettbewerbe auf dem Schulhof, in der Turnhalle oder am Strand. Wir haben den hübschen Wallfahrtsort Teror im Norden der Insel gesehen und einen Ausflug zur Finca Osorio gemacht, wo uns sogar ein Dreigänge-Menü mit warmem Essen von der Schule als Picknick serviert wurde. Außerdem haben wir an einer großen Friedensfeier der ganzen Schule teilgenommen, die sehr bewegend war, eine Stadtrallye in der Altstadt gemacht, das Wissenschaftsmuseum „Museo Elder“ und das neu eröffnete Aquarium „Poema de Mar“ besucht.

In Erinnerung bleiben werden aber vor allem die Erlebnisse in den Gastfamilien, die alle so viel leckere Spezialitäten serviert haben, und die Ausflüge, die die Familien noch zusätzlich am Wochenende angeboten haben.

Uns Lehrkräfte haben vor allem die unglaublich herzlichen und engagierten Kolleginnen und Kollegen beeindruckt, die jeden Tag von 8.30 bis 17.00 Uhr ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben. Ebenso wie die Eltern, die sich ausnahmslos mit großer Begeisterung von uns verabschiedet haben, ob in Englisch, Spanisch oder mit Händen und Füßen.

Thank you so much! It was more than just good. Buenísimo!