Schülerarbeiten aus dem Deutschunterricht

Das Gespenst (Shahed Al Mohammed, 5.4)

In den letzten Sommerferien waren mein Bruder Jan und ich mit unseren Eltern im Urlaub auf einem alten Schloss. Der Besitzer erzählte uns am ersten Tag: „Verschließt alle Türen. Es spukt hier.“

Am Abend gingen mein Bruder und ich in unser Zimmer, verabredeten uns aber für Mitternacht. Also stellten wir unseren Wecker, der rechtzeitig klingelte. Heimlich und leise standen wird auf. Lautlos schlichen wir ins Badezimmer. „Hoffentlich hört uns niemand“, flüsterten wir.

Wir hatten einen tollen Plan. Neben der Badewanne stand ein Eimer, den wir mit Wasser füllten. Plötzlich hörten wir ein Schlurfen und Klappern auf dem Flur. Wir hielten den Atem an, doch nichts passierte, es war wieder still. Da schlichen wir auf unser Zimmer und stellten den Eimer mit Wasser auf die leicht geöffnete Tür und legten uns schnell ins Bett.

Nun kamen die schlurfenden Schritte näher. Die Tür ging auf und ein Gespenst in Ritteruniform mit einer Axt im Kopf trat ein. Durch die Bewegung der Tür fiel der Wassereimer herunter und das Gespenst war pitschnass. „Hier gibt es tatsächlich ein Gespenst!“, lachten wir und konnten gar nicht aufhören. „Das war wohl nichts mit dem Angstmachen!“ Das Gespenst verließ das Zimmer wie ein begossener Pudel. Wir liefen lachend hinterher und sahen, wie sich der Ritter enttäuscht abtrocknete.

Am nächsten Morgen begegneten wir unserem Schlossherrn. Er hatte einen tüchtigen Schnupfen. Hatte er sich bei dem Abenteuer um Mitternacht erkältet?

Shahed kommt aus Syrien. Sie ist jetzt seit 2,5 Jahren in Deutschland! Sie mag Sprachen. Ihre Deutschlehrerin Gesine Vespermann bescheingt ihr: "Sie ist sehr fleißig!"