„Schule ohne Rassismus“: Projekttag zum Thema „Afrika“ am Adolfinum

„Black & White“-Ensemble weckt bei Schülern echte Begeisterung

Vollkommene Stille in der Stadtkirche. Fünfzig Schüler konzentrieren sich auf ihre Hände. Jeder hat eine Trommel vor sich. Daniel Sarpong aus Ghana gibt den Takt vor. Kein Plauderton, kein Blick auf das Smartphone. Lehrkräfte schauen fasziniert: So kann man bei Jugendlichen für das Thema afrikanische Kultur Begeisterung wecken.  

Der Trommelworkshop war Teil eines Projekttages am Adolfinum zum Thema „Afrika – eine Welt“. Rund zweihundertfünfzig Schüler aus den Jahrgängen 8 und 9 beschäftigten sich mit politischen, historischen und kulturellen Aspekten des Kontinents. Als „Schule ohne Rassismus“ greift man in jedem Schuljahr einen anderen Schwerpunkt auf, der das Zusammenleben der Völker und Kulturen thematisiert. Den SV-Lehrern Jana Allum und Björn Haßelmann war es gelungen, das Ensemble „Black & White“ aus Hessen für die diesjährige Aktion zu gewinnen. Die Mitglieder stammen aus Ghana, Uganda, dem Kongo und Deutschland. Dass sie auch ein politisches Anliegen verfolgen, machte Wolfgang Lieberknecht als Sprecher der Gruppe schon zu Beginn der Veranstaltung im Forum der Schule deutlich: „Es geht für Afrika heute darum, durch faires wirtschaftliches und soziales Engagement Fluchtursachen  zu beseitigen.“

Wie beim sogenannten Stationenlernen hatten die Schuler Gelegenheit, ihre Kenntnisse über die Lage in einzelnen Ländern zu erweitern, Tänze und Gesänge selbst zu erproben und in der Stadtkirche auf afrikanische Art die Trommel zu schlagen. Stolz und gewandt präsentierten auch Roger Ngambu und Gabriel Fundi ihre Kultur, nicht wenige Schüler wurden angesteckt von Leidenschaft und Lebensfreude. Umso trauriger die Fotos, mit denen etwa Eunice Lieberknecht aus Ghana demonstrierte, wie sich in ihrer Heimat die Lage der großen Mehrheit  der Schüler darstellt: „Wenig Geld für Schulen, einfachste Ausstattung und überall Existenzsorgen!“ Dabei sei der Bildungshunger sehr groß. Schulpartnerschaften könnten hier weiterhelfen.

Am Ende war auch aus Kreisen der Schülervertretung und der Schulleitung zu hören, dass die  Aktion mit dem Ensemble „Black & White“ ein gut geeigneter Beitrag gewesen sei, um jede Art von Schwarz-Weiß-Denken zu überwinden und die Herzen zu erreichen. Wie tief und intensiv, kann allein das Handeln zeigen und die wahre Haltung gegenüber den Menschen in und aus Afrika.  

Volkmar Heuer-Strathmann