„Motto-Woche“ am Adolfinum beginnt in Schlafanzug und Bademantel

Schulflure werden für kurze Zeit von den Abiturienten blockiert

Da musste Schulleiter Michael Pavel schon etwas weiter ausholen. „Das erinnert mich ganz stark an 1968“, sagte er und schmunzelte. „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“, war allerdings nicht das Motto. Die Abiturienten hatten sich bloß in Schlafanzug und Bademantel auf den Schulfluren niedergelassen, um besser träumen zu können, und blockierten so für ein paar Minuten den Weg in die Klassenräume. Schmusekissen und Kuscheltiere ließen eher an Kinderzimmer und Schlaflieder denken. Die Erläuterungen eines Pädagogen über den kleinen Unterschied zwischen politischem Protest und einer reinen Spaßaktion gingen im Lärm unter.

Mit dem  „Pyjama-Tag“ begann die diesjährige „Motto-Woche“. Sie wird auch noch recht viel „Hässlichkeit“ ans Tageslicht bringen, die „Helden der Kindheit“ auferstehen lassen und zu einer „Zeitreise“ einladen. Unabhängig vom Outfit der Zöglinge gingen die Vorbereitungen auf die Reifeprüfung weiter – und das gleich in drei Leistungskursen an einem einzigen Tag. Im Lehrerzimmer beließen es die  Abiturienten bei einer Kurzbesetzung. Irgendetwas mochte hier fehlen, um den „Schlaf der Vernunft“ zu finden.                                                            

Volkmar Heuer-Strathmann