Adolfiner zu  Besuch im Zukunftslabor in Hannover

Wenn aus der kühnen Theorie endlich Praxis wird 

„Wie geht es dir?“, fragt der kleine NAO. Seine Stimme ist nicht die eines Kindes. Er ist ein humanoider Roboter. Sagt jemand „Hallo!“ zu ihm, erkundigt er sich nach dessen Befinden. Höflich und behutsam geht man miteinander um im Zukunftslabor MINT. Schüler erhalten in Workshops die Gelegenheit, solche kleinen Roboter zu programmieren und ihre Aktivitäten zu beobachten.

Nun waren 21 Schüler aus dem 10. Jahrgang des Adolfinum zu Gast in Hannover – eine Maßnahme zur Begabtenförderung. Wo früher die Pädagogische Hochschule untergebracht war und Generationen von Grundschullehrerinnen ausgebildet wurden, befinden sich heute die modernsten Gerätschaften der Hochschule Hannover. Man bietet auch Workshops mit tanzenden Robotern oder elektronischen Haustieren an. Die Veranstalter legen Wert darauf, dass die Schüler selbst aktiv sind, kreative Lösungen entwickeln und ihr Vorgehen in Gruppen abstimmen. Kommunikation soll bei Workshops wie dem von Informatikerin Sarah Bloore (Foto 1) nicht zu kurz kommen.

„Sie haben sehr konzentriert gearbeitet, sogar noch am Freitagnachmittag“, bescheinigen Christian Herde und  Maren Wunnenberg ihren Zöglingen. Nicht ohne Stolz stellt die Bückeburger Informatiklehrerin fest, dass die Mädchen in der Mehrzahl waren. Einen gewissen Mister „Pepper“ haben die  Adolfiner auch kennen gelernt. Auch als „PepperMINT“ bekannt, kommt der Roboter in Kaufhäusern zum Einsatz. Seine Umgangsformen sind tadellos, seine Wegkenntnisse bestechend. Gestreikt wird auch nicht.

Da wächst Konkurrenz heran, das wissen auch die Gymnasiasten, bei aller Spielerei und Unterhaltsamkeit. Ihr eigenes Arbeitsgebiet jedoch dürfte eher im Entwicklungsbereich liegen und mit Komplexität einhergehen, wenn die Begabungen der Jugendliche weiter gefördert werden. Wer mit der Robotertechnik monströse Phantasien verbindet, wird in der Bismarckstraße übrigens eher enttäuscht – oder beruhigt. Ein NAO war leider defekt, krank sozusagen. Das gibt es auch. Wie mag es dem armen Kerl wohl gehen?

Volkmar Heuer-Strathmann