Kleine leckere Überraschungen am Nikolaustag

„Gesang oder Gedicht, sonst gibt es nichts!“

„Kling Glöckchen, klingelingeling!“, tirilierten ein paar Kolleginnen im Lehrerzimmer. Die Alternative zum Pausengong? Fröhlichkeit machte sich breit, allüberall auf den Sitzen. Das „Oh Tannenbaum!“ als Solo eines schon etwas betagteren Kollegen  war gerade noch akzeptiert worden. Zu schief die Töne, zu lückenhaft der Text, zu wenig Hingabe! Aber immerhin durchgehalten. Ohne Gesang oder Rezitation würde es nichts geben, da ließen die Abiturienten um Sakrosankt Enes keinen  Zweifel aufkommen.

In den Klassen nicht anders. Name für Name wurde die Liste abgearbeitet, auf der die Geschenkbestellungen samt Empfänger notiert waren. Mancher Beschenkte durfte zwei oder drei Exemplare der Serie „Nikolaus“ mit nach Hause nehmen. Hier und da wurde die Nervennahrung geteilt. In der Verwaltung ist der Nikolaus mit seinen Getreuen angeblich auch gesehen worden.

Nicht wenige Spender wollten lieber anonym bleiben. Mehr als eine Andeutung oder eine Anspielung wurde nicht notiert auf dem Beipackzettel. Nun läuft das große Rätselraten, wer dahinter steckt und was die Botschaft ist.

Volkmar Heuer-Strathmann