Richard Specht gewinnt den Vorlesewettbewerb 2017

Der „REM-Schlafapparat“ brachte die Entscheidung

Immer wieder schaut Richard Specht seine Zuhörer an, nur für einen Augenblick. Dann liest er weiter – ganz konzentriert und doch kein bisschen verkrampft. Es geht um einen „REM-Schlafapparat“, der dem traurigen Helden des Kinderbuchs „Die Legende vom Ende der Welt“ ein Traumleben ermöglicht. Manchmal lächelt der Vorleser, so komisch sind die Kapriolen und Eskapaden, doch die Rolle bleibt durchgehend gewahrt. Das ist Vorlesekunst.

Organisatorin Ines Wittig-Steuber hatte mit dem Traumbuch  von Rodman Philbrick eine sehr gute Wahl getroffen. Nachdem die Sieger aus den fünf 6. Klassen beim Buch ihrer Wahl allesamt fast schon zu gut vorbereitet wirkten, mussten sie angesichts des fremden Textes andere Register ziehen. Die Jury, zu der neben sechs Schülern, der Bibliotheksleiterin Christine  Busch als Gastgeberin und drei Deutschlehrkräften auch zwei gelernte Buchhänderinnen gehörten, sah Jonas Scholz auf Platz zwei und Julia Paul auf dem dritten Platz. Für Brenda Boje und Katharina Starke hatte es nicht bis auf das Treppchen gereicht, aber auch ihre Leistung wurde gewürdigt.

In den Buchhandlungen Frommhold und Scheck war man wieder einmal sehr spendabel. Rosa Maria Pruneddu und Petra Bluhm legten fünf Jugendbücher aus, unter denen die Finalisten wählen duften. Clara Kaiser hatte als Siegerin des Vorjahres einen Abschnitt aus dem „Legenden“-Buch gelesen. So waren die Kinder bereits gut eingestimmt, ehe es in der Bibliothek ins Rampenlicht ging. Man kannte Arthur Woodbury schon, den „dicken Jungen ohne Freunde“, der dem Alltag mit seinen Niederlagen und Demütigungen entkommen möchte. Der Schlafapparat macht‘s möglich. Angeblich soll die erste Bestellung aus der versammelten Runde noch während der Lesung getätigt worden sein.

Volkmar Heuer-Strathmann