Traumberuf gefunden?

Als Reporterin unterwegs in der Praktikantenszene

Von Lara Zerner

Wie jedes Jahr um diese Zeit sind auch in diesem Winter kurz vor den Halbjahreszeugnissen Schüler der zehnten Klassen in zahlreichen Betrieben anzutreffen. Grund ist das zweiwöchige Schülerpraktikum, das zur Berufsorientierung dienen und den Schülern Einblicke in die Berufswelt gewähren soll. Außerdem sollen die Anforderungen in einzelnen Berufsfeldern und Berufen deutlich werden. Um herauszufinden, inwieweit sich dieser Zweck des Praktikums erfüllt hat, habe ich - selbst Praktikantin bei der Schaumburg-Lippischen Landeszeitung - ein paar Mitschüler interviewt, die in Betrieben in Bückeburg und Umgebung ihr Praktikum absolviert haben.
Bei der Kanzlei „Liebelt & Kollegen“ in Bückeburg hat Sophie Winterlich ihr Praktikum durchgeführt. Zu ihren Aufgaben dort gehörte zum Beispiel das Anlegen von Akten zu neuen Fällen, bestehende Akten systematisch zu suchen und wieder wegzuhängen. Außerdem durfte sie bei Beratungsgesprächen dabei sein und die Anwälte ab und zu zum Amtsgericht begleiten, um Gerichtsverhandlungen mitzuverfolgen. Die Arbeit dort habe ihr Spaß gemacht, die Kollegen gingen alle sehr freundlich miteinander um und hätten immer Aufgaben für sie gehabt. Sophie sagte, der Beruf sei ihr jetzt vertrauter und käme eventuell einmal in Frage.


Dadurch, dass seine Familie schon seit etwa zehn Jahren dort ihre Urlaube bucht, ist Adrian Bode auf die Idee gekommen, im „Reisebüro Bad Eilsen“ sein Praktikum zu absolvieren. Er wollte den Ablauf dort einmal genauer kennenlernen, was sich eigentlich „hinter den Kulissen“ so abspielt. Als Praktikant konnte er dort E-Mails an Hotels versenden, um die Gäste anzukündigen. Interessant sei es auf jeden Fall gewesen und seine Erwartungen an das Praktikum hätten sich erfüllt. Als späteren Beruf könnte Adrian sich diese Tätigkeit schon vorstellen, habe im Moment aber eher Pläne in Richtung Politik-Wirtschaft.

Beim „Architekturbüro plan Heino Heine“ in Kleinenbremen hat Philippe Schenk seinen Praktikumsplatz gefunden. In den zwei Wochen zeichnete er Grundrisse ab und entwickelte selber sein „Traumhaus“, baute sorgfältig Modellhäuser aus Pappe, die den Kunden später zur Anschauung ihres zukünftigen Hauses dienen sollten, bekam die Planung und Zeichnung von Häusern am Computer gezeigt und durfte mit auf Baustellen kommen. „Die Kombination aus Theorie und Praxis ist in diesem Beruf besonders interessant“, meinte Philippe. „Wenn das Haus dann da wirklich so steht, das ist schon toll.“


Eva Mazur lernte durch ihr Praktikum die Arbeit in der Buchhandlung „Frommhold“ in Bückeburg näher kennen. Ihr Ziel war es, die Abläufe, wie zum Beispiel Kundenbestellungen und die Inventur zu erleben. Dazu bekam sie auch die Gelegenheit: Kundenbestellungen in die Abholfächer sortieren, Pakete auspacken und Bücher und CDs ins Regal einzusortieren waren nur einige ihrer Aufgaben. Sie erzählte, sie habe dort mehr zu tun gehabt, als sie sich vorgestellt hätte, Spaß gemacht habe es auf jeden Fall. Dazu habe auch die gute Betreuung durch die Kollegen beigetragen.


Da sie sich gut vorstellen kann, später im sportlich-kaufmännischen Bereich zu arbeiten, führte Michelle Fehse ihr Schülerpraktikum im „EASYFITNESS Bückeburg“ durch. Durch ihr eigenes Training dort konnte sie Kunden beim Trainieren helfen. Andere Tätigkeiten, die sie ausführte, waren das Verteilen von Flyern in der Stadt und das Putzen von Geräten, die Büroarbeit habe sie auch kennengelernt. Die Betreuung während der zwei Wochen sei sehr gut gewesen, da ihr viel erklärt wurde, alle sie gut aufgenommen haben und mit ihr auf Augenhöhe umgegangen seien. Durch das Praktikum konnte sie die Tätigkeiten eines Fitnesstrainers genauer kennenlernen, was ihr bei der späteren Berufsfindung helfen könnte.
Alles in allem bot das Praktikum den meisten Schülern einen guten Einblick in das jeweilige Berufsfeld, sie konnten einige Tätigkeiten dort kennenlernen und wichtige Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben sammeln.