Ergocup beim DRC von 1884 in Hannover

Gute Nachrichten auch aus Leipzig

Von Manuela Reichardt

Winterrudern ist nichts für Weicheier! Entweder ist das Wetter eisig kalt und windig, oder das Ruderergometer zeigt dir gnadenlos, wenn du den Druck nicht hundertprozentig gehalten hast! Ein Training nicht nur für die Muskeln, sondern auch - manche sagen: vor allem! - für den Kopf. Damit die Ruderer dabei nicht nur im eigenen Saft schmoren, finden in der Wintersaison Ergometer-Wettkämpfe statt.  Vier Ruderneulinge der RR Schaumburgia am Adolfinum Bückeburg haben seit den Herbstferien einmal wöchentlich dafür trainiert und am vergangenen Samstag beim vom Deutschen Ruder-Club von 1884 in Hannover ausgerichteten Ergocup ihre Leistung unter Beweis gestellt.

Als Erster ging Phillip Rudnick (Jg. 2002) in der 2. Wettkampfebene über 1000 m an den Start. Beherzt setzte er sich von Start an in die Führungsposition und ließ sich vor allem von Robert Bürger vom DRC jagen. Die übrigen sechs Mitstreiter spielten für die Vergabe der vorderen Plätze keine Rolle mehr. 200 m vor dem Ziel gelang es dem Hannoveraner, an Phillip vorbei zu rudern, der aber daraufhin zu einem super Endspurt ansetzte und sich mit dem letzten Schlag die 1. Position zurück erobern konnte. Schaumburgia in 3:35,7 min. vor DRC in 3:35,9! Der 3. Platz ging an Jonas Wieberneit von der Schillerschule Hannover in 3:43,9.

Bei den B-Junioren liegt die Leichtgewichtsgrenze im Winter bei 67,5. Da Mika Röwer (2002), Nils Teschner (2002) und Clemens Grubert (2002) deutlich darunter liegen, gingen sie zwar über die 1500 m an den Start, allerdings in der Leistungsklasse III - d.h. niemand der acht Ruderer hat bisher ein Rennen gewonnen. Nils suchte vom Start an sein Heil in der Flucht nach vorne und führte das Feld die ersten 500 m an, dann konnte er seine hohen Anfangsgeschwindigkeit nicht mehr halten und musste nicht nur seine Trainingskameraden, sondern auch weitere Ruderer an sich vorbei ziehen lassen. Der 6. Platz sprang in 6:10,0 min. für ihn heraus. Clemens Grubert fuhr ein konstanteres Rennen und konnte sich nach 1000m an Nils vorbeischieben und seinen Trainingskollegen Mika angreifen, der verbissen von Start weg versuchte, eine Schnittzeit von unter 2 Minuten zu halten. Beide setzten zum Endspurt an, den Mika für sich entschied, womit er in 5:56,2 min Platz 4 belegte, Clemens in 6:04,5 min den 5. Platz. Es siegte Finn Jorit Müller  in 5:34,2 min.

Für den RV „Weser“ Hameln ging die Oberstufenschülerin Mia Brocks (2000; Jg. 11 des Adolfinum) im Leichtgewichtsrennen der A-Juniorinnen über die 2000 m an den Start. Neben ihrer Vereinskameradin Merle Pons rudernd lag sie lange Zeit auf dem 4. Rang, konnte sich aber durch einen packenden Endspurt an ihr vorbei schieben und damit hinter Antonia Froneck (Humboldtschule Hannover) und Gesa Rödding (DRC)  in 8:26 min den 3. Platz erkämpfen.

Zeitgleich fanden in Leipzig die Mitteldeutschen Ergometermeisterschaften ausgerichtet vom SC DhfK Leipzig statt. Dort gingen die Sportstudentinnen Johanna und Marion Reichardt an den Start des 2000m-Rennens der Leichtgewichtsfrauen und wollten ihre Anwartschaft auf die wenigen Plätze im Nationalkader untermauern. Vom Start an fuhren beide ein so hohes Tempo, dass Maxi Baumgart vom Dresdener Ruder Club nicht folgen konnte. Die Zwillinge schenkten sich im Kampf um den Siegerplatz nichts, fuhren 1800m ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das Marion am Ende mit 7:19,6 min. vor Johanna in 7:21,5 min. gewann. Die Dresdenerin kam nach 7:43,8 min. ins Ziel.