Grundschüler zum Experimentiertag im Gymnasium Adolfinum

Ermüdung, Desinteresse und Unkonzentriertheit? - Unvorstellbar!

"Warum hat man da nichts gemacht?", fragt ein Grundschüler ein wenig enttäuscht. Er hatte nach einem Konzertbesuch im Gymnasium gedacht, der graue Beton würde noch verhüllt. Schulleiter Michael Pavel, der sechzehn Kinder aus den Grundschulen des Kooperationsverbundes zum Experimentiertag in den Naturwissenschaften begrüßen konnte, erläuterte: "So wurden Schulen vor vierzig Jahren gebaut, das haben sich Architekten ausgedacht." Organisatorin Maria Robben-Jones machte kein Geheimnis daraus, dass ältere Schüler nicht selten ohne Not vom "Bunker" sprechen.

Als die Kinder die Schule nach sechs Stunden wieder verließen, wirkten sie immer noch so munter und motiviert wie zu Beginn. Dabei lagen drei Doppelstunden mit Farbstoffchemie, Mikroskopie und Elektronik hinter ihnen. Sie hatten unter der Anleitung von Maren Wunnenberg, Jan Sladek, Sabine Fischer und Dagmar Günter hantiert und programmiert, Beobachtungen wurden notiert und systematisch ausgewertet. Bei der Arbeit mit den LEGO-Robotern herrschte beste Kinderzimmerstimmung mit reichlich Lernzuwachs - alles im Team, nichts ohne Plan.

Ab August würden die Kinder gerne im 5. Jahrgang am Gymnasium weiterexperimentieren, war zu vernehmen. Das Pausenleben von über 1000 Kindern und Jugendlichen wird dann schnell zum Alltag gehören. Von ähnlicher Beständigkeit wie der Beton ist übrigens die Frage, mit der sich Lehrkräfte immer wieder durch Grundschulkinder konfrontiert sehen: "Wie kommt es, dass dieses Interesse nur bei wenigen durchgehend erhalten bleibt bis zur Oberstufe?"

Volkmar Heuer-Strathmann