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Verbandstag der Ruderprotektoren Niedersachsens in Rusbend

Ruderriege "Schaumburgia" blickt 2017 auf 90 aktive Jahre zurück

Mehr als zwanzig Protektoren aus ganz Niedersachsen trafen sich am Sonntag im Bootshaus der Ruderriege "Schaumburgia" am Mittellandkanal, um ihren 65. Verbandstag abzuhalten. Das Rudern als Schul-und Schülersport zu fördern, diese Aufgabe haben sich die Pädagogen auf die Fahnen geschrieben.

Peter Tholl vom Carolinum Osnabrück ließ als Vorsitzender das zurückliegende Jahr noch einmal Revue passieren. Ein Ranking sieht die Niedersachsen auf dem dritten Platz unter den Bundesländern. Mit Freude beobachtet der Vorsitzende die Tatsache, dass das Rudern im Achter an Verbreitung und Bedeutung gewinnt. Tholl betonte den Wert des Wanderruderns als zweiten Schwerpunkt neben dem Wettkampfsport. Dass dieser Wassersport, in dem der Einer eher die Ausnahme darstellt, eine wichtige Bedeutung hat für die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, zeigt auch ein Blick in die Veröffentlichungen der einzelnen Vereine und Riegen. Gemeinschaft wird erlebt, Grenzen werden überwunden und in Sachen Selbstversorgung wird früh viel gelernt von den Zöglingen, wenn's auf große Fahrt geht über Flüsse, Kanäle und Seen. 

Die Wahl des Tagungsorts fiel auf Rusbend als Ortsteil von Bückeburg, da die Ruderriege "Schaumburgia" in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern kann. Neben dem Adolfinum ist die IGS Helpsen inzwischen Kooperationspartner des Vereins. Dass junge Adolfiner, die das Rudern in einer AG betreiben, montags gemeinsam mit dem Taxi zum Mittellandkanal befördert werden, führte zu heiteren  Zwischenbemerkungen einiger Gäste: „Da bräuchten wir zwei große Busse!“ Gastgeberin Manuela Reichardt wies auf die Pflichten des Schulträgers hin: "Den Ganztagsbetrieb muss sich der Landkreis Schaumburg schon etwas kosten lassen." Schulen, die näher oder ganz nah am Wasser angesiedelt sind wie das Ratsgymnasium Hannover, kennen keine Transportprobleme.  

Gemeinsam mit den überaus engagiert wirkenden Protektoren konnte der wiedergewählte Landesvorstand um Peter Tholl optimistisch in die Zukunft blicken. Es gibt Neugründungen, die Zahl der aktiven Mädchen nimmt zu ("nicht nur Steuerleute!") und die Liste der Vergleiche und Wettkämpfe ist auch im begonnenen Jahr lang. Was die Wasserstraßennutzung anbelangt, müsse man die Interessen der Rudersportler politisch selbstbewusst vertreten, so Tholl. Ein junger Teilnehmer der Tagung sprach dabei mit seiner Bekennernotiz auf der Sportkleidung sicherlich nicht gegen die wirtschaftliche Nutzung, wie sie sich auch am Tag der Tagung in Rusbend durch einige Frachtschiffe eindrucksvoll darbot: "Rowing nothing else!"

Volkmar Heuer-Strathmann