Musiker als Kunden in der Pianomanufaktur Grotrian-Steinweg in Braunschweig


Auf der Suche nach dem richtigen Begleiter für die nächsten Jahrzehnte

Schwarz sind  sie alle. Ein Weißer ist nicht in der engeren Wahl. Die sind vermutlich einfach zu empfindlich. Robustheit ist aber nicht das einzige  Kriterium, wenn Schulmusiker unter verschiedenen potenziellen Begleitern wählen. Am Adolfinum steht die Fachschaft Musik vor dieser Entscheidung.  

Nachdem sich die drei Musikpädagogen Agnes Bergmann-Thiel, Imke Röder und Tobias Kästner bereits in Oldenburg im Klavierhaus "Rosenkranz" über einzelne Angebote informiert hatten, ging es nun gemeinsam mit  den Schülern Johannes Hövermann, Jennifer Klein, Nicolas Goldbach und Tim Böke und der Musikklasse 6.1 nach Braunschschweig zur Pianomanufaktur Grotrian-Steinweg.  Man wollte zwei weitere Flügel anspielen, um die Entscheidung auf eine solide Grundlage zu stellen.

Der Konzertflügel einer Schule ist schließlich ein Begleiter auf Jahrzehnte, ein Partner, ein Vertrauter. Jeder Auftritt gibt ihm wieder eminente Bedeutung - von Schülergeneration zu Schülergeneration. Der ausgemusterte kann ein Lied davon singen. Außerdem geht es um eine Summe, die in anderen Dimensionen liegt als bei Anschaffungen von Blasinstrumenten, Notenmaterial oder einfachem Schlagwerk.  

"Als Bonbon erhielten wir auch noch eine Führung durch die Manufaktur", berichtet Röder nach der Exkursion. Die Schüler erfuhren, welche Berufe zum Klavierbau gehören, was eine Manufaktur von einer Fabrik unterscheidet und wie die Herstellung abläuft. In der Mittagspause der jüngeren Schüler gingen die Bückeburger Pianisten an die Werkstücke. Wie in Oldenburg standen Flügel des Modells "Charis" im Braunschweiger Traditionshaus zur Auswahl.

Selbst die erfahrenen Musikpädagogen staunten,  dass sich einzelne baugleiche Instrumente im Spielempfinden und Klang derart unterscheiden. Einem der drei Kandidaten wurde von Röder ein "besonderer Wohlklang" bescheinigt.  Wie sich die Fachschaft entschieden hat, ist am 11. Januar 2017 beim Neujahrskonzert zu erfahren. Jennifer Klein aus dem 10. Jahrgang wird die Ehre haben, das kostbare Instrument mit einem Klavierstück von Chopin vorzustellen. Dann wird auch über Spender und Unterstützer zu reden sein. Schulmittel vom Schulträger aus Stadthagen decken schließlich nur einen Teil der Kosten. Dass eine Sektflasche  aus Anlass der Taufe am edlen Flügel zerschellt, ist übrigens aus guten Gründen nicht zu erwarten.

Volkmar Heuer-Strathmann