Ergebnis der Präsidentenwahl in den USA führt zu heftigen Reaktionen

Im LK Politik-Wirtschaft heißt es, die Weltlage ziemlich neu zu denken

Sicherheitspolitik ist das Thema im Leistungskurs Politik-Wirtschaft im 12. Jahrgang. Bis zur Klausur unter Abiturbedingungen sind es nur noch wenige Tage. Die Zahl der Krisen, Konflikte und Kriege ist erheblich. Irak, Syrien, Afghanistan sind nur eine kleine Auswahl. Man wollte sich eigentlich in der letzten Stunde noch einmal Klarheit im Fall Syrien verschaffen, Stichwort: Konstellation, Konfliktstruktur, Interessenlage. Da kommt über Nacht ein besonderer Unsicherheitsfaktor hinzu: Donald Trump ist zum Präsidenten der USA gewählt worden - der mächtigste Mann der Welt, wie man gern (oder ungern) sagt. Nicht nur in der NATO ist mit erheblichen Veränderungen zu rechnen. 

Die Wahl weckt Emotionen wie kaum eine andere. Die Vorstellung, der schillernde Milliardär ohne außenpolitisches Profil könnte auch für die Menschen in Deutschland politisch maßgebend sein, ruft deutliche Stellungnahmen einzelner Kursteilnehmer hervor. "Heute verlieren sehr viele Leute sehr viel Geld", meint Nils Schach. Phillip Koester stellt in Frage, ob die (nicht ganz direkte) Demokratie in den USA noch funktioníert, wenn "das" dabei herauskomme. Katarina Zapke meint, Putin habe einen neuen Freund gefunden. Weltpolitische Sorge äußert Ann-Cathin Hain: "Die ganze Welt treibt sich in den Ruin!" Hendrik Buddensiek plädiert für größere Rüstungsanstrengungen in Deutschland, nicht aus treuer Gefolgschaft zu Trumps USA, sondern aufgrund der neuen Bündnissituation. Maik Lehmkühler wundert sich, dass angesichts des Trump-Erfolgs in Russland plötzlich nicht mehr von Betrug und Wahlfälschung die Rede war. Und auf dem Gebiet weiß man in Moskau ja nun wirklich Bescheid.

Der Erfolg des ehemaligen TV-Entertainers kam für die Kursteilnehmer überraschend. Bildungsdefizite werden ins Spiel gebracht. Von Populismus ist die Rede. Wenn es wenig später um den Kampf gegen den IS geht und die USA erwähnt werden, schwingt das Ungewisse mit. Die Weltlage ist verändert, das Wort vom Morgengrauen entfaltet seine ganze Metaphorik.   

Sollte es im schriftlichen Abitur 2017 um die Außen- und Sicherheitspolitik der USA gehen, ist von einer neuen Situation auszugehen. Leider weiß noch niemand so recht, was der Mann will, was er kann und was er anstellt, um seine Ziele zu erreichen. Aller Welt sattsam bekannt, ist er eigentlich ein unbeschriebenes Blatt. Auch im Lk haben sich Eindrücke festgesetzt. Die Schreierei war zu wenig, das Hetzen gegen Minderheiten, das Spielen mit Großmachtphantasien. Dass so viele Frauen den Frauenverächter gewählt haben sollen, macht als Nachricht die Runde. Die Botschaft wird nur noch getoppt von der Meldung, sehr viele Evangelikale hätten einem Grabscher ihre Stimme gegeben. Nun ist sie weg. Ob man mit Brecht gegen Trump ansingen kann, wird sich erst allmählich zeigen: „Hinter der Trommel trotten die Kälber, das Fell für die Trommel liefern sie selber.“

Volkmar Heuer-Strathmann