"Trump und Clinton sind ein emotional aufgeladenes Thema!"

Wenn die sieben Adolfiner in den USA wählen könnten...

Es ist wieder spannend geworden, das Rennen zwischen Donald Trump und Hillary Clinton scheint offen, die Demoskopen sind verunsichert. Ginge es allerdings nach den sieben jungen Adolfinern, die im Oktober in Iowa City in den USA weilten, wäre das Ergebnis der Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag ganz klar: "Keine Stimme für Trump!"

Im Pressegespräch erzählen die Zehntklässler, wie unterschiedlich ihre Eindrücke waren: "In der Stadt stehen mehr hinter Clinton, im ländlichen Raum hinter Trump." Außerdem habe der Milliardär manchen älteren Menschen für sich gewinnen können, „aus welchen Gründen auch immer“. Manche Familie  bekenne eindeutig Farbe durch ein Plakat eigener Wahl. So kommt Farbe in die Gärten. In der Schule hat Anna-Lena Gronau in einer Schulstunde eine heftige Debatte zur Wahl miterlebt. Trump und Clinton seien eben ein emotional aufgeladenes Thema. Der Lehrer habe sich aber um Neutralität bemüht und ausgleichend gewirkt. Die Adolfiner hatten den Eindruck, dass die Schüler ihres Alters eher Richtung Clinton tendierten. Trumps sexistische Äußerungen ("Kabinengespräche") führten an der Highschool zu Kritik und Befremden. Man zitiere so etwas aber nicht im Gespräch, und die Bückeburger blieben ebenso dezent.

Mit der Studienfahrt, einer Gemeinschaftsaktion mit dem Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen, nähert sich eine langjährige Austauschtradition ihrem Ende. "Die Gelder fehlen an der Iowa City Highschool", berichtet Adrian Bode. Das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur und an Deutschland als Teil von Europa sei nicht geringer geworden. Selbst ganz begeistert von der "total tollen Zeit" bedauern die Bückeburger die drohende Entwicklung.

Nun warten neben den Adolfinern auch die beiden Lehrkräfte Ursula Rottmann-Kölling und Beatrice Antonczyk aus Stadthagen und ihre acht WBG-Schüler auf den Gegenbesuch im Juni 2017. Mit einem Trump als Präsidenten könnte es noch mehr Gründe geben, an der Idee des Austauschs festzuhalten, vielleicht dann mit einer anderen Schule. In diesem Jahr haben die Schaumburger zumindest erlebt, dass die Schüler der Partnerschule durchaus wissen wollen, "wie man in Deutschland denkt". Eine Antwort wäre zu einfach: „Mit dem Verstand!“    

Volkmar Heuer-Strathmann