Josephine Strauß und ihr Team gewinnen beim "Theatersport"


Ein Abend voller Spielwitz, Situationskomik und Schlagfertigkeit

Großen Applaus bekamen beide Teams, es wurde geklatscht, gejubelt, gebrüllt, gepfiffen und getrampelt. Da brauchten die beiden Moderatoren Tim Janek und Phillip Koester aus den Theaterkursen von Jörg Meier und Silvio Seith schon sehr gute Ohren, um herauszuhören, dass Josephine Strauß mit ihrem Team am Ende beim "Theatersport" knapp vorne lag. Das Urteil lag nämlich tatsächlich in den Händen des Publikums, ein kleiner Volksentscheid stand an im Forum der Schule, in dem Eltern und Mitschüler aus dem 12. Jahrgang besonders stark vertreten waren - nach Kurssympathie gut zu unterscheiden. Themen, Gefühlslagen und Situationen durften die Gäste in den Raum werfen, auf dass das Spiel seinen Lauf nehme.

Zoe Pape und ihre drei Mitstreiter wussten ebenfalls zu gefallen mit ihrem "Schneewittchen in 15  Sekunden", das sich schließlich sogar zum zeitlosen Standbild verdichtete. Mattis Brocks bewies, dass der hohe Ton eines frei erfundenen Goethe beim Improtheater genau das Richtige sein kann. Florian Mühlke zeigte, wie das Leben in der "Ellenbogengesellschaft" eine Lust wird, wenn der von der Konkurrenz geforderte "Fetischist" erst den Bogen raus hat. Und Tabea Faulhaber gelang es, so leidenschaftlich und glaubwürdig zu weinen und zu klagen, dass fast Taschentücher geflogen wären. Multitalent Zoe Pape hatte bei der Vorbereitung auf die  Show wieder die wesentlichen Aufgaben übernommen. Respekt!

Der entscheidende Leistungsunterschied mag an diesem Abend darin gelegen haben, dass die ebenfalls sehr bühnenerfahrene und außergewöhnlich wortgewandte "Josi" Strauß ganz groß in Form war, selbst kleine Ansagen sprühten vor Temperament, Wort, Satz und Halbsatz wurden mit großer Leichtigkeit präsentiert. Jeder Blick trifft, jede Geste sitzt, wenn ihr finsterer Wortwitz aufblitzt. Derart animiert spielten auch Julia Besch und Birte Lüders sich frei. Einen besonderen Glanzpunkt aber setzte Marleen Serak, als sie in der Rolle des "Springers" in einem Dialog jedes zweite Wort zu sagen hatte - möglichst im passenden Ton des jeweiligen Partners. Man ging dabei übrigens von einer Mischung aus alter und neuer Rechtschreibung aus.


Aufgelockert wurde der Kleinkunstabend, den die Moderatoren nach der Pause zu Recht ein wenig zusammenstrichen, durch kleine Sketche. So entführten etwa Insa Ewen und Laura Rehmstedt mit Mut zu schöner Schlichtheit und nachlässigem Parlando in die Traumwelt von Youtube und Zalando. Dejan Radevic und Felix Lukowski zeigten, dass sie im Unterricht unterfordert sind, wenn nichts erwartet wird als kluge Worte, keine Ticks, keine Laute, keine Nebengeräusche. Das Trio "Blerina, Azize & Sophia" parodierte mit zwei Adonis-Typen in billiger Wäsche Heidi Klums "Germany's Next Topmodel", wo Fotoshooting gerne wörtlich genommen werden darf, Opfer inbegriffen. Das Trio soll sich schon seit Jahren daheim in der  Provinz am Fernsehgerät auf diese schön halbseidene Nummer vorbereitet haben.

Dass Schulleiter Michael Pavel schon vor dem insgesamt gelungenen  Theaterspektakel von den Theaterpolizisten "Fischer & Jessen" mit Durchhaltedrogen erwischt wurde, war noch nicht mal das Schlimmste, sah man sich doch sogar veranlasst, die Direktorstellvertreterin  Cornelia Kastning aufgrund eines Hinweises aus dem Kollegium ebenfalls zu untersuchen: "Auf Religion!" Kein Wunder in der Weihnachtszeit!             

Volkmar Heuer-Strathmann