3. Platz für die Schaumburgia beim 59. internationalen Rudermarathon in Liège (Belgien)

Unbeeindruckt von Wind und Wellen immer weiter an die Spitze des Feldes geschoben!

Von Manuela Reichardt

Beim Marathonrudern ist vieles anders: Dort sind „Warmduscher“ diejenigen, die schnell sind und noch eine warme Dusche abbekommen. Für die breite Masse bleibt ein eher laukaltes Rinnsal aus der Dusche.

Beim 59. internationalen Rudermarathon in Liège galt es für die Erwachsenen fünf Runden á 8.65 km um die mitten in der Stadt gelegene Insel zu rudern, ohne sich von den heftigen Wellen der Berufsschifffahrt auf der Maas und dem Gegenwind auf dem Hochwasserkanal stören zu lassen. Dabei muss der Steuermann gegen die lautstark durch die Stadt tönenden Sirenen von Krankenwagen und Polizeiautos anreden, um seine Mannschaft entsprechend zu motivieren.

Die Junioren sind nach vie Runden fertig - oftmals im wahrsten Sinne des Wortes. Hier ging eine Mädchenmannschaft vom Gymnasium Ernestinum in Rinteln und dem Gymnasium Adolfinum Bückeburg gemeinsam im von Sören Thies gesteuerten Gig-Doppelvierer an den Start. Schlagfrau Maike Brockmann (Jahrgang 2000), Chayenne Witte (1999) und die Abiturientinnen Christine Könnecke (1998) und Marie Brückner (1998) versuchten den von der Schaumburgia im letzten Jahr aufgestellten Titel als schnellstes Frauenboot zu verteidigen. Der Gegenwind und die zum Teil ins Boot spritzenden Wellen setzten ihnen doch arg zu, aber sie kämpften sich erfolgreich durchs Ziel und konnten bei der Siegerehrung den Pokal für das schnellste Mädchenboot stolz in Empfang nehmen. Dass Jungenmannschaften schneller waren, tut der Leistung keinen Abbruch.

Das erste Mal über die fünf Runden starteten Schlagmann Moritz Schuster (1997), Isabell Requardt (1997), Pascal Jürgens (1996) und Christian Schoo (1997), gesteuert von Jürgen Bültmann. Dabei mussten sie die Erfahrung machen, dass es diese eine Runde mehr doch in sich hat. Aber alle hielten durch und kamen deutlich vor dem Zeitlimit ins Ziel. Im Doppeldreier versuchten sich Valentin Jende (1997), Manuel Kräwinkel (1997) und Annika Stock (1997), wobei Annika nicht nur zu rudern, sondern gleichzeitig über das Fußsteuer den Kurs zu bestimmen hatte. Alle drei waren nach der Zielüberquerung froh, nicht mehr länger auf dem Rollsitz sitzen zu müssen. Da ist die Platzierung im unteren Drittel fast Nebensache.

Die erfahrene Masters-Mixed-Mannschaft der Schaumburgia um Andreas Bültmann und Manuela Reichardt hatte sich für dieses Jahr die Siegerin von 1976, Christel Lutter, mit ins Boot geholt. Gemeinsam mit dem inzwischen für die Alemania Karlsruhe startenden Wolfdietrich Jacobs vertrauten sie ganz auf ihren langjährigen Steuermann Leon Leibig, der ganze Arbeit leistete und seine Mannschaft immer wieder motivierte, über den Rennverlauf und die Position der Gegner informierte und dabei wie nebenbei den idealen Kurs steuerte. So konnten sich die Schaumburgianer fast unbeeindruckt von Wind und Wellen immer weiter an die Spitze des Feldes schieben und mit dem 3. Platz in der Gesamtwertung aller Boote und als schnellster Gig-Doppelvierer die für die Schaumburgia seit Langem beste Platzierung einfahren.