Vorzeitiges Unterrichtsende wegen eines  Rohrbruchs


Ohne Wasser geht an einer Schule leider gar nichts

Die Schüler der Oberstufe sollen noch aufmerksamer als sonst zugehört haben, als Schulleiter Michael Pavel am Montag nach den Herbstferien gegen 11. 20 Uhr das vorzeitige Unterrichtsende verkündete. Man rechnete wohl mit einem kleinen Hinweis: "Diese Maßnahme gilt nur für die Jahrgänge 5 bis 10." Davon allerdings konnte keine Rede sein. Auf die Toilette gehen die älteren Schüler wohl kaum weniger oft als die jüngeren. Mancher Mensch braucht seinen Kaffee, jeder Cafeteriakunde darf bei Tisch mit sauberem Geschirr rechnen. Also waren über 1000 Menschen gleichermaßen betroffen vom Rohrbruch in der Georgstraße (Foto: Schaumburg-Lippische  Landeszeitung), der eine so drastische Maßnahme so kurzfristig und fast ausnahmslos notwendig machte. Eine Notversorgung gab es nur für die Kinder, die das Ganztagsangebot wahrnehmen.

Das Ohrenmerk der Lehrkräfte soll kurz nach der Durchsage ganz woanders gelegen haben: "Dafür gibt es keine Minusstunden." Besondere Bedeutung bekam die Verkürzung des Schultags auf gerade mal zwei Doppelstunden auch dadurch, dass das Team der Schulinspektion Hildesheim gerade erst seine Arbeit aufgenommen hatte. Zu Beginn der 3. Einzelstunde noch in einem PW-Leistungskurs als Beobachter zu Gast und mit einer "Terror"-Szene, prinzipiellen Verfassungsfragen und einem krassen Krisenszenario konfrontiert, sah man sich am Ende der 4. Stunde dem Schulalltag in seiner verbliebenen Unplanbarkeit ausgesetzt - trotz Whiteboards ohne Schwammwasser. Wie eine Schule damit umgeht, wenn nicht nur zur Probe evakuiert wird, kann vielleicht auch Kriterium von Qualität sein.

Auf die Frage, ob nun auch die Schulleitung nach Hause gehen müsse, weil der Hahn von den Stadtwerken "bis auf Weiteres" abgedreht  worden sei, war aus berufenem Munde zu hören: "Wir schaffen das." Wenn Hausmeister Peter Kipper schon mal dabei ist, eimerweise Wasser auf die "Insel" zu transportieren...

Volkmar Heuer-Strathmann