Musikkurs besucht Wagner-Oper "Die Walküre"

Eine komplizierte Geschichte und ein schlafender Saal

Von Lara Köhler

Für den Musikkurs des 12. Jahrgangs stand am Dienstagmorgen Kultur auf dem Stundenplan. Es ging nach Minden, wo seit Kurzem "Die Walküre", der zweite Teil  des Gesamtstückes "Der Ring der Nibelungen" von Richard Wagner, aufgeführt wird. Die sieben Schülerinnen und Schüler und Herr Mengeling machten sich auf den Weg zur Schulvorstellung - als einzige niedersächsische Schule wohlgemerkt! Die Motivation der anderen Schüler könnte man schon am Eingang hören. "Wann ist der 1. Akt zu Ende?" "War hier nicht irgendwo ein McDonald's?" Die Frage war berechtigt, schließlich dauerte das Stück insgesamt vier Stunden plus eine Stunde Pause.

Einfach kann man die Geschichte der Oper leider nicht beschreiben, eher im Gegenteil. Da gibt es die Sieglinde, welche Siegmund trifft und die sich dann mit einer bestimmten Magie anziehen und ein Kind bekommen - doch später herausfinden, das sie Zwillingsgeschwister sind (das stört sie aber nicht). Der Vater Wotan und die Mutter Fricka streiten sich über diesen Vorfall, sie schicken die Schwester Brünhilde zu Siegmund, die ihn holen soll, aber er will bei Sieglinde bleiben. Es gibt viele Kämpfe und Debatten über Schwerter und schließlich streiten sich Wotan und Brünhilde und er versetzt sie in einen Tiefschlaf.

Gut dass der Dirigent vor jedem Akt die Geschichte erklärte, sonst wären noch mehr fragende Gesichter aufgetaucht. Als am Schluss der Vater seiner Tochter küsste, war es endgültig vorbei, man hörte nur noch "Hääää? Ich dachte, das ist ihr Vater!" und "Ey ich hab geschlafen, wie lange noch?".

Mit den sehr aufmunternden Worten "Ich hab es euch doch gleich gesagt" zum Ende des 2. Akts konnte Herr Mengeling unsere Laune nur noch steigern.

Unser Kurs hielt sich aber sehr tapfer, der eine oder andere schlug vielleicht mal kurz die Augen zu, aber im Gegensatz zum restlichen Saal standen wir sehr gut da: Ab dem 2. Akt machten es sich die Meisten sehr bequem und verschliefen das ganze Wunderwerk Wagners.

Zum Abschluss können wir sagen: Es war auf jeden Fall akzeptabel, zwei Stunden zu lang, leider einfach zu gemütlich auf den Stühlen und zu dunkel im Saal.

Das Spannendste an dem Tag wurde dann noch der sportliche Lauf vom Stadttheater bis zum Bahnhof, da der Applaus zu tosend und lang geworden war. Naja, da waren schließlich alle wieder wach!

Wir wünschen dem 11. Jahrgang im nächsten Jahr viel Spaß beim 3. Teil!

(Foto: Stadttheater Minden; Friedrich Luchterhandt)