Entwicklungspsychologe Arnold Lohaus referiert im Adolfinum über Stressfaktoren

Kindheit und Jugend als Zeiten entwicklungshemmender Belastungen

Seit Beginn des laufenden Schuljahres hat das Adolfinum strengere Regeln für die Benutzung elektronischer Geräte. Über das Forum hat sich inzwischen eine gewisse Entspannung gelegt. Die Schüler sitzen beisammen und reden, manche träumen nur vor sich hin, andere schreiben noch ein wenig im Heft. Stress kann eigentlich nur entstehen, wenn jemand gegen die Hausordnung verstößt, indem elektronisches Gerät benutzt wird, und die Aufsicht naht.

Wenn Professor Arnold Lohaus von der Universität Bielefeld am 27. September 2016 im Adolfinum über "Stress und Stressbewältigung im Kindes- und Jugendalter" referiert, wird ein weiter Bogen gespannt von besonderen unterrichtlichen Belastungen über Fragen der Lernorganisation bis zur Rolle der Lehrer und der Eltern. Eine 2015 gegründete Arbeitsgruppe, die sich mit Aspekten der "Achtsamkeit" beschäftigt, hat den renommierten Entwicklungspsychologen eingeladen.

Natürlich wird es auch um die Suche nach Lösungen gehen, soweit diese im Handlungsbereich der einzelnen Schule liegen. Das Zentralabitur als heimlicher Mittelpunkt der Arbeit am Gymnasium gehört nicht dazu. Eher dürfte es um Veränderungen im Bereich der Belastungsrhythmen, der Umgangsformen und der Schulalltagsorganisation gehen. Über gezielte  Entspannungsangebote wird zu sprechen sein, über Stressmanagement und die Möglichkeiten, mit Noten und Zeugnissen gelassener umzugehen. Alle Hoffnung nur auf die neunjährige Gymnasialzeit zu setzen, würde bedeuten, von der Zeit vor "G8" nur ein sonderbares Zerrbild zu haben.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Volkmar Heuer-Strathmann