Moscheebesuch von zwei Religionskursen des Adolfinum  (Jahrgang 11)

Der aus der Türkei entsandte Imam  repräsentiert einen friedfertigen Islam

Von Hendrik Kemenah, Jg. 11

Die Religionskurse von Frau Kastning und Herrn Gräber statteten kürzlich der Bückeburger Moschee in der Trompeterstraße einen Besuch ab. Organisiert wurde die „Mini-Exkursion“ von Enes Acar, dessen Kontakt zum Imam das Treffen ermöglichte. Außerdem fungierte er als Übersetzer und schaffte so die Möglichkeit, dem Imam persönlich Fragen stellen zu können.

Als wir das Gebäude betraten, mussten wir zuerst die Schuhe ausziehen, danach gelangten wir in den Gebetsraum, in dem der Imam wartete. Dieser war erfreut, uns detailliert seine Aufgaben und Tätigkeiten zu erklären und vorzuführen, wie zum Beispiel den Ablauf des Gebets oder das Lesen aus dem Koran, den er komplett auswendig beherrscht. Außerdem zeigte und erläuterte er uns die wichtigsten Einrichtungsgegenstände einer Moschee wie eine Gebetsnische, die in Richtung Mekka ausgerichtet ist, oder eine kleine Treppe (Minbar), die für das Freitagsgebet oder besondere Festtage wie das Opferfest bestiegen wird. Des Weiteren sind auf den Wänden und dem Inventar arabische Schriftzeichen abgebildet, die Allah, Mohammed und die Namen wichtiger Männer bedeuten, die den Islam nach Mohammeds Tod am Leben hielten. Auf dem Boden des Raums ist ein großer Gebetsteppich, der in Rechtecke für die Gläubigen in Richtung Mekka aufgeteilt ist. Säulen und eine in die Decke eingelassene Kuppel mit Kronleuchter sollen die vorbildhafte Architektur großer Moscheen (in Deutschland z.B. in Berlin und Duisburg) nachahmen. Eine spezielle Uhr zeigt die Zeiten für die fünf verschiedenen Gebete an und an den Wänden sind Gebetsketten mit 99 Steinen für die 99 Namen Gottes im Islam.

Als Nächstes erklärte uns der Imam den Ablauf des mittlerweile vergangenen Opferfestes, bei dem ein Tier geschlachtet und danach Teile davon an Bedürftige und Gäste der Familie verschenkt werden. In Deutschland sei es auch üblich, (Geld für) Tiere für Menschen in armen Ländern zu spenden, da dies im Sinne Allahs geschehe.     

Bei der abschließenden Fragerunde erfuhren wir unter anderem, dass die Ausbildung zum Imam ca. fünf Jahre dauert und er alle fünf Jahre die Gemeinde wechseln muss. In Bückeburg finden die Predigten teilweise auf Deutsch, Türkisch und Arabisch statt, sodass auch Flüchtlinge daran teilnehmen können. In Deutschland gehen, so der Imam, die Zahlen der Gläubigen jungen Menschen tendenziell zurück, während sich dieser Trend in islamischen Ländern weniger abzeichnet.                                                                   Im Vergleich zum Christentum übernimmt der Imam ähnliche Aufgaben in der Gemeinde wie ein Pastor oder Priester und spricht mit den Menschen über Probleme und Schwierigkeiten.

Zum Schluss zeigte Enes uns noch die Waschräume für die Vorbereitung auf das Gebet und die Gebetsräume der Frauen, da diese in einem separaten Bereich beten müssen.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Besuch der Moschee sehr aufschlussreich und informativ war und man ein anderes, friedliches Bild vom Islam, der momentan durch die Medien häufig mit Gewalttaten in Verbindung gebracht wird, gewinnen konnte.  Man hat gemerkt, dass die radikalen Islamisten nur eine sehr kleine Minderheit darstellen und dass der Imam bewusst dagegen angeht.