Anti-Mobbing Training im 7. und 8. Jahrgang

"Bloßstellen, ausgrenzen, fertigmachen?"

In einigen Klassenräumen des Adolfinum steht es an den Wänden: “Keiner wird gemobbt! Mobbing, das geht gar nicht!” Aber was Mobbing ist, kann ein Wörterbuch nur bedingt definieren. Die Gemeinschaft muss sich darüber verständigen, Grenzen ziehen, Maßnahmen überlegen, aber vor allem für das seelische Leid sensibilisieren.

Auch aus diesem Grund fand in den Jahrgängen 7 und 8 Anfang September ein Anti-Mobbing-Training mit Experten der Polizei statt. Stefanie Hövermann aus der Klasse 8.1 berichtet, man habe mit Axel Grünvogel aus Nienburg darüber diskutiert, was Mobbing im Allgemeinen überhaupt sei. „Wir sprachen über die Personen, die am Mobbing beteiligt sind und was sie tun, um das Opfer anzugreifen“, berichtet die Schülerin. „Bloßstellen, ausgrenzen, fertigmachen“ – ein trauriger Dreikampf. Lästern und Lügen gehören auch zur giftigen Mischung.

Der Polizist lenkte die Aufmerksamkeit auf die Alltagskommunikation und appellierte: „Ihr solltet niemals andere als ‚Opfer‘ bezeichnen!“ In Sachen Cybermobbing warnt er, nur Passwörter zu verwenden, die sicher sind. Grünvogel ergänzt: „Gebt eure Passwörter auch nicht an eure besten Freunde weiter!“ Er weiß genug zu erzählen von Mobbing-Fällen und ihren Folgen, um seine Einstellung zu untermauern.

In der Klasse ist jetzt beschlossen, so Politiklehrer Björn Riemer, eine schriftliche Vereinbarung zu treffen, die von allen Schülern unterschrieben wird und in der sich alle dazu bekennen, dass in ihrer Klasse Mobbing nicht mehr möglich sein wird. Außerdem wollen die Schüler eine Vertrauensperson (Mitschüler aus der Klasse oder Lehrer) wählen, die immer nachfragt, „was los ist“.

Stefanie Hövermann resümiert: „Die Doppelstunde war sehr interessant und hat uns gezeigt, welche Verantwortung jedem Einzelnen zukommt, um Mobbing zu vermeiden.“

Volkmar Heuer-Strathmann