"Bullet" - Modernes Tanztheater mit brisantem politischem Hintergrund  


Inszenierung kommt in Rinteln und in Stadthagen auf die Bühne


Wir stehen nicht auf der Liste. Das Tanztheaterstück "Bullet" wird in Schaumburg nur in Rinteln und Stadthagen zu erleben sein. Weitere Aufführungsorte sind Hameln und Porta Westfalica.

Rushdi Al Fatlawi, der Autor, Choreograph und Regisseur, lebt seit 2015 in Rinteln. Er stammt aus dem Irak. Auf der Flucht vor dem "Islamischen Staat" landete er in der Weserstadt. Kunstinteressierte kennen den Iraker schon durch "Albtraum", eine Inszenierung mit Laiendarstellern, deren Schicksal hier Ausdruck findet in Tanz und Bühnenspiel. Fatlawi hat sich nicht allein dem Theater verschrieben, filmische Arbeit gehört ebenfalls zu seinem Metier.  

"Das Glück, die Hoffnung und die Liebe eines jungen Paares wird durch den Terror brutal zerstört", heißt es in der Ankünding. Es geht um ein Massaker des  "IS", bei dem  1700 Menschen getötet wurden.  Die Frage nach dem "Warum?" wird gestellt. Die Kunst gibt andere Antworten als die Politik und die Politologie - vielleicht eindringlichere. Erlebtes schafft eine andere Grundlage als Erlesenes. Die Gruppe wurde, so Johann Hubrich in einer Pressemitteilung über die Premiere im Juni 2016, "mit  tosendem Applaus bedacht".

Schade, dass der Jahrgang 12 just dann auf Studienfahrt ist, wenn dieses Stück am 26. 9. in Stadthagen im Ratsgymnasium und am 29. 9. in Rinteln im Brückentorsaal gespielt wird, jeweils ab 19.30 Uhr (Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro). Es passte zu einem Büchner, es passte zu seinem "Danton", es passte zum Thema vom "Ende der klassisch-romantischen Kunstperiode". Bei einer zweiten Aufführungsreihe oder anlässlich einer dritten Produktion böte die Bückeburger "Schule ohne Rassismus" sich eigentlich an. Eine Kooeration mit Rushdi Al Fatlawi scheint mittelfristig nicht ausgeschlossen.

Volkmar Heuer-Strathmann

(Foto: R. Reckstadt)