Wenn der Innenhof des Adolfinum zum beliebten Refugium wird,...

...wird die Bibliothek der Schule zur wichtigen Transitzone!

Wo heute das Gymnasium Adolfinum steht, muss es einst richtig idyllisch gewesen sein. Man spricht von den Hofwiesen.

Wie eine Miniatur hat sich das Idyllische im Kern erhalten - im Innenhof. Für eine Wiese reicht es nicht, nicht einmal ein Rasen ist da, und doch hat die Schule hier ein Refugium, das sich im Sommer bei Wetter, das diesen Namen verdient, größter Beliebtheit erfreut. Für Schüler und Schülerinnen des 6. Jahrgangs scheint der Bereich die Bedeutung eines Jahrgangsstalles zu haben. Man spielt ein bisschen, man macht seine Vesper, man plaudert und  erholt sich von den Beanspruchungen des Schultags. Manchmal ist auch eine Lehrkraft unter den fröhlichen Kindern zu entdecken. Das scheint die Kinder nicht zu stören.

Ein rechtsfreier Raum ist der Innenhof allerdings nicht, auch zählt er schon namentlich nicht zum Außengelände. Also sind elektronische Gerätschaften Tabu. Dass im Transitbereich der Bibliothek einst ein Raucherlehrerzimmer gewesen sein soll  mit Auslauf, kann man sich kaum noch vorstellen in Zeiten gesteigerten Gesundheitsempfindens angesichts der eng getakteten Zeitpläne mit themenschweren Kerncurricula als Fundamentum.

Dass der ganz in Beton gefasste Platz seine Pracht erst so richtig entfaltet, seit Maria Robben-Jones und Petra Schuster - unterstützt von der Kreisgärtnerei - mit einer Projektgruppe ans Werk gegangen sind, wissen die heutigen Nutzer vermutlich nicht. Das schöne Stück "Innenhoftheater" mit einem Puck in den Büschen und hohen Tönen in der lauen Luft liegt auch schon wieder ein Weilchen zurück.

Fächer wie Erdkunde und Musik sind mit ihren Fachräumen nahe an der Idylle angesiedelt, das passt. Die Biologie wäre als Dritte im Bunde in bester Runde. Doch diese Fachschaft hat es noch besser, schaut sie doch immer noch auf die Hofwiesen und hat vor sich, wovon in Großstadtgymnasien nur träumt, wer dazu noch fähig ist.

Volkmar Heuer-Strathmann