Unterschriftensammlung soll Abschiebung nach Bulgarien verhindern

Adolfiner unterstützen Härtefalleingabe für syrische Familie

Rouni Morad stammt aus Syrien, er ist zehn Jahre alt und besucht die Klasse 5.3 des Adolfinum. Die Lehrer bescheinigen ihm ausnahmslos hohe Motivation und erstaunliche Lernfortschritte, die Mitschüler haben ihn zum Klassensprecher gewählt. In den nächsten Tagen geht's zum SV-Seminar in die Bückeberge. "Ein Musterbeispiel  an Integration!", meint Schulleiter Michael Pavel.

Geht es aber nach dem Willen der zuständigen Behörden, wird Mouni schon bald in Bulgarien zu Schule gehen. Hohe Hürden stehen dann vor dem Kind, ebenso wie vor seinen drei ebenfalls gut integrierten Geschwistern und seinen Eltern. Vor mehr als zwei Jahren war die aus Syrien geflohene  Familie über Bulgarien in die Europäische Union eingereist. Da der Antrag auf Asyl dort bereits anerkannt wurde, ist die Abschiebung in das Einreiseland  nach "Dublin III" möglich. Nun setzt die in Obernkirchen lebende Familie ihre ganze Hoffnung auf die Härtefallkommission beim Niedersächsischen Innenministerium.

Rouini und seine Familie haben breite Unterstützung in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Vehlen gefunden - vorneweg durch Pastor Günter Fischer. Zahlreiche Gemeindemitglieder sind aktiv geworden. Besonders wichtig dürfte die Unterschriftensammlung sein, die am Adolfinum von der Schülervertretung in Übereinkunft mit der Schulleitung organisiert wurde. Innerhalb weniger Tage unterschreiben 366 Schüler, 334 Eltern und 53 Lehrkräfte. Die bestehende Frist führte dazu, dass die Listen nicht länger ausgelegt werden konnten, um wirklich alle am Adolfinum zu erreichen.

Für Schülersprecherin Lena Hubrich war es die erste größere Amtshandlung, gemeinsam mit dem Schulleiter und Stellvertreterin Cornelia Kastning gerade noch fristgerecht Pastor Fischer die 753 Unterschriften zu überreichen - ganz im Geiste der Selbstverpflichtung als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

Volkmar Heuer-Strathmann