Wenn ein dämonisch anmutendes Orakel befragt wird


Eine Studienfahrt nach Athen will gut vorbereitet sein...

Bückeburg - Athen das macht man nicht alle Tage. Das will gut vorbereitet sein. Ein paar Grundkenntnisse in griechischer Mythologie dürften nicht schaden. Die Eurokrise ist schließlich nicht alles.

Also gingen die Teilnehmer der "Studienfahrt Athen" ans Werk und beschäftigten sich mit Athena. Die Wirren ihrer Geburt wurden mit leichter Hand bewältigt. Schließlich sind einige DS-Schüler mit von der Partie. Zoe Pape präsentierte das Ergebnis ihres Ensembles als "Diashow" - Standbild für Standbild, hoch aufgeladen, höchst dynamisch. Leon Klaus zeigte sich von seiner hungrigen Seite und ließ nicht locker.

Eine Woche später stand das Orakel von Delphi auf dem Programm. Hier schaffte es Maik Lehmkühler, die Botschaft von einfachen Luftblasen als Schicksalsprüche zu lesen, jedes Wort von hohem Ton, jede Geste nach Art von Dämonen. Nicht wenige Weissagungen hatten etwas zu tun mit dem Abitur, das die Zöglinge gerne im kommenden Juni hinter sich haben würden. Befürchtungen wurden nur teilweise zerstreut, Hoffnung konnten nicht alle Hergepilgerten aus dem Orakel schöpfen.

Da die Fahrt ohne Fremdenführer stattfindet, hatte der Kurs schon in der ersten Sitzung nach den Sommerferien nach dem Sück "Die Fremdenführerin" von Botho Strauß gegriffen. Einzelne übten sich in der Kunst der freien Rede, gaben den Blick frei auf das antik anmutende Tor unweit des Adolfinum und wussten die Zuhörer in den Bann zu ziehen. Sogar auf die eigene Schule schaute man mit anderen Augen. "Und wo sind hier die Trümmer?", hat anständigerweise niemand gefragt.

Volkmar Heuer-Strathmann