Schulische Qualitätsssicherung durch Beobachtung und Anregung

Dirka Throm stellt das Besuchsprogramm der Schulinspektion vor

"Wir halten nur fest, was wir beobachten können", sagt Dirka Throm vor dem Kollegium des Adolfinum. Sie wird die Gruppe leiten, die im Oktober unmittelbar nach den Herbstferien die Arbeit am Adolfinum etwas näher unter die Lupe nimmt. Basis der Beobachtungen: das Qualitätsverständnis von Unterricht und Schule, wie es sich nach jahrelanger Arbeit in den Aspekten und Kriterien des Niedersächsischen Landesinstituts für Schulentwicklung in Hildesheim ausdrückt.

Kolleginnen und Kollegen, die schon etwas länger im Dienst sind und die Arbeit der Landesschulinspektion vielleicht mit einer gewissen Skepsis sehen, konnten den Paradigmenwechsel besonders deutlich spüren, als Throm betonte: "Unser Prinzip ist der Dialog!" Schulinspektion ist also nicht (mehr) Revision oder Inventur. Die ehemalige Leiterin der Bückeburger Graf-Wilhelm-Schule machte kein Geheimnis daraus, dass sie dieses moderne Verständnis pädagogischer Arbeit teilt und begrüßt. Der Blick von außen soll nicht "die Wahrheit" zu Tage fördern, sondern die Innenperspektive mit einer Außensicht konfrontieren, die selbst transparent ist, was Kriterien, Maßnahmen und Zeitplan anbelangt. Man wird von dem Ziel geleitet, aus Beobachtungen Veränderungsmöglichkeiten sichtbar werden zu lassen als ein Bündel Anregungen, die sich auf "Schule als System" beziehen, nicht auf den einzelnen Pädagogen oder eine einzelne Unterrichtstunde. Gelingender Unterricht wird nicht gefeiert, Misserfolge werden nicht angeprangert. Die Interpretation der Ergebnisse bleibt den Verantwortlichen in der Schule überlassen, die Konsequenzen nicht minder.

Neben den Lehrkräften und der Schulleitung werden auch die Schülerinnen und Schüler und die Eltern in die Inspektion einbezogen, um deren spezielle Perspektiven angemessen zu berücksichtigen. Ausgangspunkt auch hier: das Schulprogramm, die Leitziele und die Konzepte. Als zuständiges Gremium der Schule wird natürlich auch der Schulvorstand in die Inspektion einbezogen. Das Kollegium hat nun in den kommenden Wochen die Gelegenheit, ergänzend zu den fünf festliegenden Untersuchungsbereichen, etwa die "Steuerung durch das Schulprogramm", selbst zwei weitere Schwerpunkte auszuwählen. Bedingung: Beobachtbarkeit!  

Eine „Zensur“ wird am Ende von der Schulinspektion nicht erteilt, ein „Gütesiegel“ wird nicht vergeben. Echtes "Prozessdenken" kennt solche Etikettierungen nicht mehr, Veränderung ist Prinzip, Entwicklung ist beabsichtigt. Man darf gespannt sein, welche Aspekte des  bunten vielgestaltigen Schullebens am Adolfinum erfasst werden können, das fünf Tage die Woche (spätestens) um fünf vor acht für über eintausend Individuen mit der Melodie des Schulgongs beginnt und manchmal gar kein Ende nehmen will…     

Volkmar Heuer-Strathmann