Eine Schule - zwei Schuljahreskalender für 2016/2017!

Wichtige Sonderregelung für die Sekundarstufe II

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien heißt es auch in diesem Schuljahr wieder: Hallenboden frei, Fußballallerlei! Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 und 12 werden gewiss keine Mühe scheuen, wenn es um ein schrilles Outfit geht, um schräge Typen und anmutige Gestalten. Mit Toren ist auch zu rechnen. Die Schüler der Sekundarstufe II haben das erste Halbjahr dann schon hinter sich, denn für sie gilt in diesem Schuljahr eine besondere Regelung: Das erste Halbjahr endet vor den Weihnachtsferien, das zweite ist dadurch um dreieinhalb Wochen verlängert. Der frühe Ferienbeginn im Sommer hat Folgen. Warum nicht schon in zurückliegenden Schuljahr, als es noch mehr pressierte?

Was im 11. Jahrgang (Foto) bedeutet, dass das Facharbeitssemester mehr Zeit bietet für die Phase der Präsentation, hat im 12. Jahrgang schon deshalb besondere Auswirkungen, weil die Klausuren unter Abiturbedingungen auf dem Programm stehen. Erhöhte Relevanz, verkürzte Vorbereitungszeit, früher geschrieben, schneller zu korrigieren und früher zurückzugeben - die Vorweihnachtszeit wird wohl für die Lehrkräfte der schriftlichen Prüfungsfächer zur wahren Passionszeit, insbesondere bei großen Kursen. Das Dauerthema Arbeitszeitgerechtigkeit könnte in ganz neuen Farben aufscheinen. Arbeitsrechtlich waren die Weihnachtsferien zum Jahreswechsel allerdings auch keine "Korrekturferien"; dieses Oxymoron kennt der Lehrerkalender nicht.   

Anders als in anderen Jahren liegen nun vor den Studienfahrten der Abiturienten intensive Arbeitswochen der Zöglinge. Fing im letzten Jahr die heiße Phase im 12. Jahrgang angeblich erst gut zwanzig Tage nach den Sommerferien an, weil es zunächst nach Prag ging, nach Schottland, in die Alpen, nach Brüssel oder in die Toskana, wird in diesem Schuljahr in den Prüfungskursen gleich zu Beginn über die erste Klausur gesprochen. Nach ein paar Wochen zum Beispiel über ein anspruchsvolles Werk wie Uwe Johnsons Roman "Ingrid Babendererde" eine vierstündige Klausur zu schreiben, das ist eine echte Herausforderung im Prüfungsfach Deutsch. Dass die Handlung in der DDR im Frühjahr 1953 in einer Oberschule angesiedelt ist, also in der Phase (vor) der folgenreichen Arbeitsnormenerhöhung („17. Juni!“), ist nicht ohne Witz.

Volkmar Heuer-Strathmann